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Individuelle Therapie

04.02.2013
Rostocker Krebsforscher arbeiten an neuen Methoden / Chemo- und Strahlenbehandlungen sollen effektiver eingesetzt und kontrolliert werden
Rostocker Mediziner arbeiten intensiv an der Entwicklung von individualisierten Behandlungsmöglichkeiten von Krebserkrankungen. „Eine neue Methode, die Wirkung bestimmter Medikamente beim individuellen Patienten bereits frühzeitig einzuschätzen, steht kurz vor der Anwendung in der Praxis“, sagt Professor Dr. Ernst Klar, Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie an der Universitätsmedizin Rostock aus Anlass des Weltkrebstages am 4. Februar.

„Es geht uns darum, jedem Patienten die auf ihn individuell zugeschnittene Therapie zukommen zu lassen“, so Professor Klar weiter. Die moderne Medizin verfügt über leistungsstarke Medikamente und Möglichkeiten der Bestrahlung. „Aber wir wissen vorher nie genau, ob diese Therapien bei den Patienten tatsächlich anschlagen.“ Zwar seien die Methoden in Studien getestet und haben in größeren Patientengruppen die gewünschte Wirkung gezeigt. „Das kann aber auch bedeuten, dass sie beim individuellen Patienten nicht funktionieren.“

Um dies frühzeitig zu erfahren, entwickeln die Rostocker Mediziner eine Analysemethode, die die Charakterisierung des jeweiligen Tumors ermöglicht. „Wir untersuchen seit 2003 Tumore und haben eine Methode entwickelt, die Wirksamkeit von zwei häufig gebrauchten Medikamenten bei der Chemotherapie vorherzusagen.“ Hintergrund sei die Tatsache, dass Chemotherapie und Bestrahlung die Betroffenen erheblichen körperlichen Belastungen aussetzen, die vermieden werden können, wenn die Behandlung nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Die neue Analysemethode werde in naher Zukunft für die Patienten anwendbar sein, so Professor Klar.

Im Onkologischen Zentrum der Universitätsmedizin Rostock werden moderne Behandlungsmöglichkeiten bereits praktiziert. „Unser Untersuchungs- und Forschungslabor befindet sich in unmittelbarer Nähe zum OP-Saal, so dass entnommene Proben auf dem kürzesten Weg ins Labor kommen und untersucht werden können“, sagt Professor Klar. Außerdem habe man gemeinsam mit den Nuklearmedizinern um Professor Dr. Bernd Krause und den Radiologen um Professor Dr. Karlheinz Hauenstein eingeführt, dass bei einer auf sechs Wochen angelegten kombinierten Strahlen- und Chemotherapie bereits nach zwei Wochen eine eingehende Zwischenanalyse durchgeführt wird. „Auf diese Weise kommen wir zu einer Früherkennung des Therapieerfolges und können die belastende Therapie abbrechen, wenn sich der Erfolg nicht einstellt.“

Das Onkologische Zentrum bildet eine interdisziplinäre organisatorische Einheit, um alle Krebspatienten ganzheitlich und auf höchstem medizinischem Niveau zu behandeln und zu betreuen. Seit dem Jahr 2011 ist das Onkologische Zentrum als erstes universitäres Zentrum dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert. Das Onkologische Zentrum beinhaltet als wesentliche Schwerpunkte das Prostatakarzinomzentrum, das Darmkrebszentrum und das Kopf-Hals-Tumorzentrum an der Universitätsmedizin Rostock.

Kontakt
Professor Dr. Ernst Klar, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Schillingallee 35, 18057 Rostock, Tel. 0381 494-6001

Professor Dr. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher Vorstand, Universitätsmedizin Rostock, Schillingallee 35, 18057 Rostock, Tel. 0381 494-5011

Pressekontakt: Matthias Schümann, Schillingallee 35, 18057 Rostock,
Tel 0174 9670720

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

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