Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Individuelle Sporttherapie für krebskranke Kinder

06.07.2015

TK und UKL starten bundesweit beispielgebendes Projekt zu Bewegungstherapie für kleine Krebspatienten

Für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist Bewegung ein elementarer Baustein. Wird der Alltag der Heranwachsenden von Krankheit und Therapien bestimmt, so können sich diese entwicklungshemmend auswirken.


Die Räumlichkeiten der Sporttherapie für kleine Krebspatienten am UKL.

Stefan Straube / UKL

Um dem entgegenzusteuern, bietet das Leipziger Universitätsklinikum krebskranken Kindern und Jugendlichen eine hervorragende behandlungsbegleitende Sporttherapie an. Die begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigen diesen Therapieansatz . Als erste gesetzliche Krankenkasse übernimmt daher die Techniker Krankenkasse (TK) für ihre Versicherten die Kosten.

„Wir freuen uns sehr über diese finanzielle Unterstützung unseres Therapieangebotes, mit dem wir seit 15 Jahren als Pioniere auf diesem Gebiet vorangehen“, sagt Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. “Auf diese Weise können wir diesen wichtigen Puzzlestein in der Behandlung krebskranker Kinder festigen und ausbauen“, so Fleig.

Das UKL bietet mit dem selbstentwickelten Konzept einer integrierten Sporttherapie allen Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen eine regelmäßige Bewegungstherapie an, abgestimmt auf das Alter und den Gesundheitszustand der Patienten. „Das reicht von Krafttraining im Fitnessraum bis zum Krabbel-Parcours für die Kleinsten“, erklärt Markus Wulftange. Der Sporttherapeut hat das Projekt mit entwickelt und betreut es seit 15 Jahren. Inzwischen wurde das Zusatzangebot zu einem festen, breit aufgestellten Therapiekonzept weiterentwickelt und wird derzeit wissenschaftlich evaluiert.

Finanziert wurde das Sportangebot bisher mit Spenden des Vereins „Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e.V.“. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass mit der TK jetzt die erste Krankenkasse die Wertigkeit dieser Therapie anerkennt und finanzieren wird“, so Wulftange. „Wir wissen aus vielen Untersuchungen, dass es für Kinder mit Krebserkrankungen entscheidend ist, trotz ihrer Erkrankung möglichst viel Alltag bewahren zu können, und dazu gehört auch und gerade, in Bewegung zu bleiben“, ergänzt Prof. Holger Christiansen, Leiter der Abteilung für Kinderonkologie am UKL. „Bewegung ist wichtig für alle Körperfunktionen, und damit für die Psyche ebenso wie für den Körper, um die Heilung zu unterstützen“.

TK setzt auf "Sport als Therapie"

Die Techniker Krankenkasse fördert dieses Angebot, weil es nach der Klinikbehandlung die ambulante therapeutische Nachsorge fortsetzt und dabei die Eltern fest integriert. Überzeugt haben die Kasse vor allem die erfolgversprechenden Studienergebnisse, die optimalen Bedingungen vor Ort und das umfassende Gesamtkonzept. In all dem besteht das Neue und Einzigartige dieser Behandlungsform, mit dem sich das Leipziger Uniklinikum eine Spitzenposition erarbeitet hat, erklärt die Leiterin der TK Sachsen Simone Hartmann.

"Kinder brauchen unsere volle Zuwendung. Erst recht Kinder mit einer Krebserkrankung, die schon früh in ihrem Leben eine schwere Bürde tragen müssen. Bewegung schafft nachweislich einen wirksamen Ausgleich in dieser extremen Belastungssituation, erhält die körperliche Fitness oder baut sie auf. Sporttherapie beeinflusst die Behandlung sehr positiv", so Simone Hartmann weiter.

Besonders die gelungene Verbindung zwischen Körperaktivität und psychischer Betreuung der Patienten und deren Eltern und Geschwister wird von der Kasse gelobt. So ist die Zusammenarbeit mit den Eltern essentiell für eine Nachhaltigkeit der Therapie. "Das Leipziger Projekt setzt mit diesem umfassenden Ansatz neue Maßstäbe in der ergänzenden Behandlung von krebskranken Kindern. Die Therapeuten und Ärzte in ihren Bemühungen zu unterstützen, ist uns auch ein emotionales Anliegen", so Hartmann.

Jährlich werden am UKL ca. 50 neue Patienten in der Kinderonkologie behandelt, das Spektrum der Erkrankungen reicht von Leukämie bis zu seltenen Tumoren. Die Krankenhausaufenthalte dauern zwischen 6 und 8 Monaten. „In dieser Zeit versuchen wir mit unserem Therapieangebot den Bewegungsdrang der kleinen Patienten aufzufangen und aufrechtzuerhalten“, so Markus Wulftange.


Betreuung auch nach der Entlassung

Ein besonderer Aspekt ist neben der Therapie während der stationären Behandlung auch die Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. „Die Kinder sollen in den Alltag zurückfinden und nach der Extremerfahrung einer Krebserkrankung wieder Normalität leben können“, so Prof. Christiansen. Dazu gehört, den eigenen Körper als leistungsfähig zu erleben und innerhalb einer Gruppe zu agieren. Beides lässt sich mit Hilfe von Sportangeboten sehr gut umsetzen. „Wir begleiten unsere Patienten daher auch nach der eigentlichen Therapie, um sie wieder fit zu machen und die Reintegration in die Gemeinschaft Gleichaltriger zu unterstützen“, so Wulftange. Auf diese Weise betreut der Sporttherapeut seine Patienten oft bis zu zwei Jahre lang – zuerst auf Station und später ambulant in der Nachsorge.


Ansprechpartner:

Helena Reinhardt, Pressesprecherin Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 18, Haus B , 04103 Leipzig
Tel.: 0341-9715-905
Fax: 0341-9715-906
E-Mail: helena.reinhardt@uniklinik-leipzig.de
Internet: www.uniklinik.leipzig.de

Annett Böttcher, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit TK Sachsen
Prager Straße 15, 04103 Leipzig
Tel.: 0341-9853-250
Fax: 0341-9853-300
Mobil:0151-180 52 835
E-Mail: annett.boettcher@tk.de
Internet: www.tk.de/lv-sachsen 

Kathrin Winkler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit