Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impfungen: Suche nach optimalen Anwendungen

10.06.2009
Wechselwirkungen von Vakzinen und Co-Infektionen untersucht

Der Frage, welche Impfstoffe in Entwicklungsändern am besten angewendet werden können, geht eine Expertengruppe um die Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt von der Medizinischen Universität Wien auf den Grund. Im Projekt "Parasitäre Erkrankungen und Co-Infektionen" werden auf internationaler Ebene neue Strategien zur Bekämpfung gefährlicher Erkrankungen erarbeitet.

"Impfen ohne Nadeln durch Gabe von Impfstoffen über Schleimhäute mag in Ländern mit mangelnder Hygiene und erhöhter Infektionsgefahr besonders sinnvoll sein", so Wiedermann-Schmidt im pressetext-Interview. Allerdings bestehen bei vielen der Betroffenen verschiedene Infektionen und Grunderkrankungen, die dazu führen können, dass Impfstoffe schlechter aufgenommen und wirksam werden. Doch gerade auf diesem Gebiet gibt es bisher viel zu wenig Wissen, um welche (Co-) Infektionen es sich handelt und welche Personengruppen am häufigsten davon betroffen sind", so die Medizinerin. Konkret gehe es um Infektionen mit Malaria, HIV, Tuberkulose und Wurm- bzw. Durchfallserkrankungen. Zur Optimierung dieser infektiologisch, tropenmedizinisch und auch präventivmedizinisch relevanten Forschungsvorhaben steht daher die Gründung eines Center of Geographic Medicine bevor", erklärt Wiedermann-Schmidt.

Erhoben wird zunächst in den asiatischen Staaten Bangladesch, Thailand und Indonesien, gefolgt von afrikanischen Ländern wie Äthiopien. Wir brauchen dringend Vor-Ort-Projekte, um die immunologischen Befunde zu erheben." Es sei bekannt, dass etwa die orale Polio-Impfung bei Kindern mit verschiedenen Co-Infektionen schlechter greifen oder sogar zu einer reduzierten Abwehrkraft gegen die Infektionen selbst führen kann. Das heisst, dass sich für die Forscher die Frage stellt, was die medizinischen Grundlagen dafür sind und wo man ansetzen kann, um diesem Problem entgegenzuwirken", erklärt die Expertin. Um den Einfluss von solchen Co-Infektionen besser zu untersuchen, wenden wir ein etabliertes Protozoeninfektionsmodell an. Parallel wird eine Wurminfektion induziert." Dieses Co-Infektionsmodell erlaube die Untersuchung der immunologischen Interferenzphänomene zweier Parasiteninfektionen auf die Wirksamkeit von diversen Impfstoffen.

"Die Fragestellung 'Impfungen bei Co-Infektionen' soll auch epidemiologisch und immunologisch vergleichend in unseren Breiten in Zusammenarbeit mit unseren Kliniken, der Abteilung für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Wiener AKH und in Entwicklungsländern in Kooperation mit der MUVI (Medical University Vienna International) im Rahmen des Projekts Geographic Medicine untersucht werden", erklärt die Medizinerin. Ein weiteres Projekt, das gemeinsam mit der Klinischen Abteilung für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin erarbeitet werde, beschäftigt sich mit Tuberkulose und Co-Infektionen, die im Zuge der Migrationstätigkeit auch in Europa an Bedeutung zugenommen haben. "Auch hier werden die wissenschaftlichen Fragestellungen mit Hilfe von entsprechenden experimentellen Modellen wie auch im Rahmen klinischer Projekte erforscht werden", erklärt Wiedermann-Schmidt abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.meduniwien.ac.at/tropenmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise