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Impfstoffe bald ohne Kühlung lagerbar

18.02.2010
Neues Verfahren soll innerhalb von fünf Jahren marktreif sein

Wissenschaftler der University of Oxford haben ein Verfahren entwickelt, Impfstoffe ohne Kühlung haltbar zu machen. Dieser Durchbruch soll die Anstrengungen, mehr Kindern in ländlichen Regionen Afrikas zu immunisieren, entscheidend unterstützen. Das Forscherteam um Adrian Hill vermischte die Impfstoffe mit zwei Arten von Zucker, bevor sie langsam auf einem Filterpapier getrocknet wurden.

Damit wurden sie konserviert und konnten bei Bedarf für die Injektion einfach reaktiviert werden. Die heute für die Haltbarkeit entscheidende gekühlte Lagerung von Impfstoffen ist in Entwicklungsländern häufig schwierig, da Kühlschränke, Kliniken und elektrische Versorgung nicht immer selbstverständlich sind. Details der Untersuchung wurden in Science Translational Medicine veröffentlicht.

Billiger ausliefern

Es gelang den Wissenschaftlern, die Impfstoffe bis zu sechs Monate lang bei einer Temperatur von 45 Grad stabil zu halten. Sie verwendeten Rohrzucker und mit Trehalose einen weiteren Zucker, der für seine konservierenden Eigenschaften bekannt ist. Hill betonte, dass die Umwandlung aller Standard-Impfstoffe bedeuten würde, dass sie billiger ausgeliefert werden können, weil sie bei Raumtemperatur haltbar sind. Ziel würde es sein, mehr Kinder zu impfen. Das Verfahren sei einfach und extrem billig. Es gelte keine weiteren wissenschaftlichen Hürden zu überwinden.

Die Tests seien allerdings aufgrund der Lebendimpfstoffe relativ schwierig gewesen. Da es gelungen sei, auch diese instabileren Impfstoffe haltbar zu machen, sollte es auch bei anderen Impfstoffen einsetzbar sein, die nur tote Proteine enthalten. Derzeit gelte es, das Verfahren weiterzuentwickeln, Tests in Afrika durchzuführen und zu überprüfen, ob eine industrielle Herstellung möglich sei. Das soll innerhalb von fünf Jahren möglich sein.

Impfstoff in entlegene Dörfer bringen

Matt Cottingham, ein weiteres Teammitglied, erklärte, dass es ohne Kühlung auch denkbar sei, dass jemand den Impfstoff in seinem Rucksack mit seinem Fahrrad in entlegene Dörfer bringt. Das Forschungsprojekt wurde von der Bill and Melinda Gates Foundation http://www.gatesfoundation.org finanziert und in Zusammenarbeit mit Nova Bio-Pharma Technologies realisiert.

Michaela Monschein | pressetext Focusthema Pharma
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk
http://stm.sciencemag.org

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