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Das Immunsystem scharf stellen gegen Krebs und Infektionen

17.02.2010
Die Knochenmarks- oder auch Blutstammzelltransplantation ist eine inzwischen häufig angewandte Therapieform bei bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems und ist für viele Patienten die letzte Chance auf Heilung ihrer Krebserkrankung.

Trotz vielfältiger Verbesserungen in den Behandlungsmodalitäten und einer Vielzahl neuer Medikamente, die insbesondere die Behandlung von Infektionen nach einer Stammzelltransplantation erleichtern, erleiden viele Patienten nach einer solchen Transplantation schwere Infektionskomplikationen oder auch einen Rückfall ihrer Grunderkrankung.

Auf der ganzen Welt werden deswegen Möglichkeiten erforscht, um das Immunsystem des Knochenmarksspenders für den Kampf gegen Infektionen und die Krebserkrankung im Patienten fit zu machen. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass sowohl Krankheitserreger als auch Krebszellen ihrerseits Strategien entwickeln, um einer Abwehrreaktion des Immunsystems zu entkommen.

Für die Einleitung und die Aufrechterhaltung einer zielgerichteten Abwehrreaktion des Immunsystems ist das Zusammenspiel einer Vielzahl verschiedener Komponenten notwendig. Hierbei spielen nicht nur Immunzellen mit unterschiedlichen Funktionen eine Rolle, sondern auch als Zytokine bezeichnete Regulatormoleküle, die von den verschiedenen Typen von Immunzellen hergestellt werden können. Es sind erst diese Regulatormoleküle/Zytokine, die den unterschiedlichen Immunzellen das Signal zur Aktivierung geben und auf diese Weise das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten des Immunsystems orchestrieren. Die Wirkung einzelner solcher Zytokine und deren Zusammenspiel sind bisher nur unvollständig verstanden.

Im Rahmen des hier geförderten Forschungsprojektes soll die Wirkung einer bestimmten Gruppe von Zytokinen, den so genannten TNF-Liganden auf die Aktivierung und Funktion von T-Zellen, einem bei der Knochenmarkstransplantation besonders wichtigen Typ von Immunzellen, untersucht werden. Um die Wirkung einzelner dieser TNF-Liganden systematisch analysieren zu können, sollen künstliche Immunzellen mit einer definierten Menge der zu untersuchenden Moleküle bestückt werden. Die so hergestellten künstlichen Immunzellen werden dann dazu eingesetzt, in der Zellkultur T-Zellen zu aktivieren, daher eine Immunreaktion auszulösen. Auf die beschriebene Weise kann die Wirkung unterschiedlich bestückter künstlicher Immunzellen auf die Entstehung einer T-Zell-abhängigen Abwehrreaktion systematisch untersucht werden. Es ist auf diese Weise möglich, nicht nur die Wirkung einzelner Zytokine miteinander zu vergleichen sondern es wird auch ein Vergleich von unterschiedlichen Kombinationen dieser Regulatormoleküle/Zytokine in unterschiedlichen Konzentrationen möglich sein.

Ziel ist es mit Hilfe der künstlichen Immunzellen, das Zusammenspiel des Immunsystems im Patienten besser zu verstehen und wo nötig die Instrumente zu Verfügung zu haben, eine wünschenswerte Immunantwort auszulösen und aufrecht zu erhalten.

Kontakt:
Dr. Götz Ulrich Grigoleit, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Josef-Schneider-Straße 2, 97080 Würzburg

E-Mail: grigoleit_@klinik.uni-wuerzburg.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 190.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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