Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ICF: Komfortable Onlinefassung beim DIMDI

20.07.2012
Das DIMDI hat eine Internet-Fassung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) publiziert. Sie bietet deutlich mehr Service als die bisherigen Fassungen. Dank vieler Verknüpfungen und einer integrierten Kode-Suche navigieren Anwender jetzt komfortabel innerhalb der Kernklassifikation.
Das DIMDI ist WHO-Kooperationszentrum für das System der Internationalen Klassifikationen und damit Herausgeber der deutschsprachigen Ausgabe der ICF. Bisher veröffentlichte es die Klassifikation als kostenfreie PDF-Datei und als Buch (erhältlich über den DIMDI Webshop und im Buchhandel, ISBN 3-87360-047-8).

Jetzt erleichtert das DIMDI die Arbeit mit der ICF durch die Onlinefassung. Sie entspricht dem Stand der Buchfassung (2005); es wurden lediglich redaktionelle Änderungen vorgenommen (z.B. Korrektur von Schreibfehlern).

Die Onlinefassung besteht aus über 100 miteinander verknüpften Einzeldateien. Ergänzende Informationen wie die Einführung und die Anhänge können als einzelne PDF-Dokumente aufgerufen werden. Eine Freitextsuche in der gesamten ICF 2005 ist über die erweiterte DIMDI-Website-Suche möglich.

Hintergrund, Ziele und Anwendung der ICF

Mit steigender Lebenserwartung wächst die Bedeutung chronischer Erkrankungen und der Betreuung von Menschen, die dauerhaft funktionell beeinträchtigt sind. Das Konzept "Krankheit" reicht nicht mehr aus, um den Gesundheitszustand zu beschreiben.

Die ICF der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde als länder- und fachübergreifende einheitliche Sprache entwickelt. Sie dient der Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren einer Person. Übersetzt haben sie Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Förderung durch das deutsche Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und den Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (heute: Deutsche Rentenversicherung DRV).

In der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Bedeutung und die Anwendung der ICF in Deutschland von der Richtlinie über Leistungen zur medizinischen Rehabilitation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 16. März 2004 geregelt. Davon sind alle betroffen, die mit der Beratung über oder mit der Verordnung von Rehabilitationsmaßnahmen zu tun haben.

Während mit der ICD Diagnosen/Krankheiten kodiert werden, erfasst die ICF Funktionseinschränkungen. Die Angabe einer Diagnose erlaubt oft noch keine Aussage über das Ausmaß der damit verbundenen Funktionseinschränkung. Denn Krankheiten können sich je nach persönlicher Situation unterschiedlich auf Betroffene auswirken. Die ICF-Kodes erlauben zusammen mit ihren zugehörigen Beurteilungsmerkmalen eine detaillierte Beschreibung von Funktionseinschränkungen und Auswirkungen auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dank dieser Informationen können z.B. entsprechende Reha-Maßnahmen eingeleitet werden oder die häusliche Umgebung angepasst werden. Auch Umweltfaktoren sind via ICF als Förderfaktoren oder Barrieren zu klassifizieren: So bedeutet der Faktor "abgesenkte Bordsteinkante" für einen Rollstuhlbenutzer eine große Hilfe. Er ist daher als starker Förderfaktor zu kodieren. Für einen Blinden hingegen kann eine abgesenkte Bordsteinkante ein Hindernis sein und daher als Barriere kodiert werden.

Die ICF ist Gegenstand vieler Projekte. Unter anderem werden dabei sogenannte ICF-Core-Sets entwickelt. Das sind Listen von Kategorien, die jeweils für eine bestimmte Gesundheitsstörung oder einen Anwendungsbereich relevant sind. Anwender müssen also nicht mit der gesamten, sehr umfangreichen Klassifikation arbeiten. Eine vorgegebene Liste von ICF-Kategorien stellt auch sicher, dass alle für einen Teilbereich relevanten Aspekte der Funktionsfähigkeit berücksichtigt werden. Eine Übersicht von Projekten zur ICF finden Sie auf der DIMDI-Website.

Das DIMDI stellt über das Internet hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA). Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind.

Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 60 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafür entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.

Weitere Informationen:

http://www.dimdi.de/de/klassi/icf/kodesuche/index.htm - ICF Online

http://www.dimdi.de/de/klassi/icf/index.htm - Basisinformationen zur ICF

http://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/23/ - Rehabilitationsrichtlinie

http://www.who.int/classifications/icf/en/ - ICF bei der WHO

http://apps.who.int/classifications/icfbrowser/ - ICF-Browser bei der WHO (englisch)

Sven Borowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.dimdi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten