Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybrid-OP am Münchner Uniklinikum verringert Risiko bei Herz-Operationen

19.12.2008
Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie, Anästhesie und Radiologie ermöglicht Herzklappenoperation am schlagenden Herzen

Bisher mussten sich Patienten mit verengter Aortenklappe immer einer offenen Herzoperation unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine unterziehen.

Besonders für ältere Patienten barg diese Methode, bei der der gesamte Brustraum geöffnet werden musste, um die neue Herzklappe einzusetzen, viele Risiken. Der neu eingerichtete Hybrid-OP-Saal im Münchner Uniklinikum, Campus Großhadern, kann jetzt die möglichen Komplikationen einer solchen Operation auf ein Minimum reduzieren: Dank enger Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie, Anästhesie und Radiologie kann der Eingriff über einen kleinen Schnitt in die Brust am schlagenden Herzen vollzogen werden. Hierbei verspricht die Kooperation der verschiedenen Spezialisten eine fachlich breit gefächerte, und damit allumfassende Therapie.

Möglich wird die neuartige Operation durch die Integration einer Röntgenanlage in den Operationssaal. Sie erlaubt dem Chirurgen, den Eingriff über den Bildschirm zu verfolgen. Über einen kleinen Schnitt unterhalb der linken Brustwarze wird die Herzspitze freigelegt und punktiert. Zunächst wird die verengte Aortenklappe mit einem Ballonkatheter vorgedehnt. Dann wird eine zusammengefaltete biologische Herzklappe aus tierischem Gewebe ebenfalls über einen Ballonkatheter in die Klappenebene vorgeschoben, dort entfaltet und mittels eines so genannten „Stents“ im umliegenden Gewebe verankert.

Durch die Zugabe eines Röntgenkontrastmittels in den Blutkreislauf des Patienten kann die Funktion der Prothese über den Monitor direkt überprüft werden, was dem Patienten wiederum postoperative Maßnahmen erspart.

Da zu der neuartigen Operationsmethode noch keine Langzeitergebnisse vorliegen, wird sie momentan nur bei Risikopatienten durchgeführt, denen die klassische Operation nicht zumutbar ist. Allerdings spricht Prof. Dr. Bruno Reichart von der Herzchirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum der Universität München der Methode für die Zukunft eine wachsende Bedeutung zu: „Es ist wahrscheinlich, dass der Hybrid-OP in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Nicht nur wird die Methode auf ein weiteres Patientenspektrum angewendet werden. Es sind auch andere Eingriffe, wie beispielsweise minimal-invasive Bypassoperationen mit simultaner Katheterintervention der Koronargefäße durch den Kardiologen denkbar.“ – Die Zahlen unterstreichen Reicharts Aussage: mittlerweile wurden in Großhadern bereits 24 „transapikale“ Aortenklappen eingesetzt, und die Zahl steigt wöchentlich weiter an.

Kontakt:

Prof. Dr. Bruno Reichart
Prof. Dr. Michael Schmoeckel
Herzchirurgische Klinik und Poliklinik,
Klinikum der Universität München
Marchioninistraße 15
Tel: 089-7095-2930, Fax: 089-7095-8898
E-mail: Michael.schmoeckel@med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2007 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, poliklinisch, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.700 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2007 etwa 57 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen