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Hunderte Laserstrahlen gegen Falten, Narben und Lichtschäden

19.10.2010
Neue Therapieform glättet und verjüngt die Haut durch punktuelle Erhitzung des Bindegewebes

Gegen Aknenarben, Fältchen und Pigmentstörungen setzen die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus seit diesem Jahr eine neuartige Lasertherapie ein.

Sie behandeln die Haut mit einem auf 250 Punkte pro Quadratzentimeter aufgeteilten Laserstrahl, der das darunter liegende Bindegewebe kurzfristig überhitzt und dadurch zur Neubildung anregt. Dank der fraktionalen Lasertherapie lassen sich die Hautunregelmäßigkeiten in drei bis sechs Behandlungen deutlich verringern. Ein besonderer Vorteil liegt in den geringeren Nebenwirkungen. Nach der Sommerpause behandelt die Uni-Hautklinik nun wieder Patienten mit dem neuen Verfahren.

Die von Dermatologen vorgenommene Hautverjüngung mit dem Laser legt zwischen Mai und September eine Zwangspause ein. In dieser Zeit ist der UV-Anteil im Tageslicht so hoch, dass die therapiebedingt sensibilisierte Haut Schaden nehmen könnte: Patienten, die in den ersten Wochen nach der Laser-Behandlung zu viel Sonne abbekommen, können sich beispielsweise schwere Pigmentveränderungen einhandeln. „Eine im Sommer vorgenommene großflächige Lasertherapie der Haut im Gesicht wäre ein Kunstfehler“, sagt Dr. Roland Aschoff, Oberarzt an der Klinik für Dermatologie.

Die Hautverjüngung ist nur ein kleiner Ausschnitt des umfangreichen Spektrums der Laser-gestützten Therapien der Uni-Hautklinik. Die Experten um Dr. Aschoff versorgen jährlich mehr als 1.000 Patienten, deren Haut sich aufgrund von Fehlbildungen oder Narben stark verändert hat. Typisch sind beispielsweise Blutschwämmchen bei Neugeborenen oder Feuermalen bei Kindern. Erwachsene werden vor allem wegen Gefäßerweiterungen, Altersflecken, Alterswarzen, Feigwarzen und sich vergrößernden Operationsnarben behandelt. Mit einem Laser versuchen die Hautärzte, das sich ungewollt vermehrende Gewebe zu zerstören und eine Wundheilung anzuregen, die auch zu einem ästhetisch ansprechendem Ergebnis führt.

Die umfangreiche Ausstattung der Laserambulanz sowie das Wissen und die Erfahrung der Hautexperten des Uniklinikums kommt nicht nur solchen Patienten zugute, die unter massiven Problemen leiden und im Rahmen der Krankenversorgung therapiert werden: Die Dermatologen behandeln auch Menschen, die sich eine glattere, gleichmäßigere Haut wünschen. Oft sind es die Folgen jugendlicher Akne, eine unregelmäßig pigmentierte Haut oder Fältchen im Gesicht, die Patienten dazu bewegt, sich zur privatärztlichen Behandlung in der Ambulanz der Uni-Hautklinik vorzustellen.

Mit einem speziellen Kopf des CO2-Lasers nutzen die Dermatologen eine Strategie der vielen Nadelstiche, um das unter der Haut liegende Bindegewebe zu straffen und einen Erneuerungsprozess anzuregen: Der in 250 Punkte pro Quadratzentimeter aufgeteilte Laserstrahl dringt in die Haut ein und erreicht die Bindegewebsschicht, um dort Gewebe punktuell zu zerstören. Die geringe Größe dieser Verletzungen heilt in maximal zwei bis vier Tagen ab. Es bildet sich neues Bindegewebe – die Haut wird glatter und straffer. Auch die oft sehr markanten Aknenarben verlieren dank des Laserstrahls ihre scharfen und damit gut erkennbaren Ränder, weil er die über dem Bindegewebe liegenden Hautzellen nicht röhren- sondern trichterförmig abträgt.

In der Regel klingen die Nachwirkungen der fraktionalen Lasertherapie bereits nach wenigen Stunden ab. Während der Behandlung wird die Haut mit einem Luftstrahl gekühlt. Danach sollte ein Gelkissen immer wieder für mehrere Minuten angelegt werden, um die Irritationen des Gewebes mit Kälte zu dämpfen. Am Tag danach erinnern in der Regel lediglich leicht gerötete Hautpartien an die Verjüngungskur. „Durch die sehr geringen Nebenwirkungen empfiehlt sich diese Lasertherapie besonders für die ästhetische Dermatologie“, erklärt Dr. Aschoff. Bisher gängige Verfahren – etwa das Abtragen der obersten Hautschicht durch einen Laser, um beispielsweise eine mit Aknenarben übersäte Haut zu glätten – barg gewisse Risiken: Bei mehr als die Hälfte der Patienten hellen sich die behandelten Hautareale auf. Außerdem kann es zu Narben sowie zu Kontrasten zwischen den gelaserten und den nicht behandelten Hautarealen kommen. Massiv sind auch die unmittelbaren Nebenwirkungen: „In der Regel bleibt die Haut beim Einsatz dieser ablativen Laser eine oder zwei Wochen deutlich geschwollen und gerötet“, weiß der Oberarzt. Deshalb wird am Uniklinikum dieses Verfahren nur dann empfohlen, wenn andere Therapien nicht erfolgversprechend sind und es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Oberarzt Dr. Roland Aschoff
Tel. 0351/ 4 58 20 07
E-Mail: roland.aschoff@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/der

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