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Höheres Narkoserisiko bei dicken Kindern Neue Herausforderungen für Anästhesisten

22.10.2008
Dicke Kinder leben gefährlich. Und das nicht nur wegen der mit dem Übergewicht einhergehenden Folgeerkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Asthma, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes, die sich häufig bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Wie Forscher der University of Michigan Health System berichten, treten bei stark übergewichtigen Kindern auch häufiger Komplikationen während eines chirurgischen Eingriffes auf.

2.025 Kinder zwischen zwei und 18 Jahren, die sich einer Operation unterziehen mussten, wurden entsprechend ihrem altersangepasstem Body Mass Index (BMI) in Normalgewichtige (1.380 Kinder), Übergewichtige (351 Kinder) und stark Übergewichtige bzw. Adipöse (294 Kinder) eingeteilt. Da zwischen den normalgewichtigen und den übergewichtigen Kindern kaum Unterschiede zu beobachten waren, wurden diese in einer Gruppe zusammen gefasst und der adipösen Gruppe gegenüber gestellt.

Die Ergebnisse zeigten, dass es bei den adipösen Kindern signifikant häufiger zu unvorhergesehenen Schwierigkeiten während der Operation kam als bei der Vergleichsgruppe. Komplikationen betrafen die Maskenbeatmung, Verlegung der Atemwege und weitere zum Teil schwer wiegende Probleme bei der (Be-)Atmung. Außerdem kam es bei 17 Prozent der adipösen Kinder während der Operation zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut.

Bei der Vergleichsgruppe war dies nur bei neun Prozent der Patienten der Fall. Zwar konnten die Ärzte in allen Fällen die Komplikationen meistern, sodass kein Kind bleibende Schäden zurück behielt. Doch zeigen diese Resultate, dass Anästhesisten durch die Verbreitung von Übergewicht bei Kindern vor Schwierigkeiten stehen, die sie bei der Planung und Durchführung ihrer Arbeit zunehmend berücksichtigen müssen, um Risiken für die Kinder zu minimieren.

Melanie Kirk-Mechtel | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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