Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HNO-Experten raten: Bei anhaltenden Riechstörungen zum Arzt

04.05.2012
Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet unter einem eingeschränkten Geruchssinn. Oft stecken hinter diesen meist vorübergehenden Störungen vergleichsweise harmlose Ursachen, ein Infekt der Nase oder Nasennebenhöhlen.
Riechstörungen können aber auch Frühsymptome von degenerativen Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Alzheimer sein. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Betroffene dringend einen HNO-Arzt aufsuchen, rät ein Experte im Vorfeld der 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Auf einer Pressekonferenz am 15. Mai 2012 in Mainz berichtet er über Therapien bei Riechstörungen und Riechverlust.

Viele Störungen des Geruchssinns heilen ohne ärztliches Zutun spontan wieder aus. Dies hängt damit zusammen, dass sich die menschlichen Riechsinneszellen permanent erneuern. So verschwinden 60 Prozent aller Riechstörungen, die in Folge eines Virusinfektes eingetreten sind, von allein. „Patienten mit lang anhaltenden Beschwerden sollten sich jedoch einem Test beim HNO-Arzt unterziehen“, sagt Professor Karl Hörmann, Ehrenpräsident der 83. Jahresversammlung der DGHNO KHC. „Ein Kurztest mit zwölf Düften („Sniffin’ Sticks“), der nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, kann klären, ob eine Riechstörung vorliegt.“

Liegt die Ursache für das Riechdefizit in einer Erkrankung der Nase oder Nasennebenhöhle begründet, muss der Arzt meist medikamentös oder operativ therapieren: Entzündungen etwa klingen durch die Anwendung von Kortikosteroiden oder Antibiotika wieder ab. Verstopft ein allergischer Schnupfen die Nase und stört damit die Riechfunktion, raten HNO-Spezialisten zu einem entzündungshemmenden Nasenspray. Sofern der Patient aufgrund anatomischer Fehlstellungen über eine schlechte Atmung und Geruchsaufnahme verfügt, helfen operative Maßnahmen wie die Begradigung der Nasenscheidewand oder eine Verkleinerung der Nasenmuscheln. Gelegentlich führen Infekte der oberen Atemwege jedoch auch zu einem dauerhaften Verlust des Riechvermögens – ebenso wie Schädel-Hirn-Verletzungen.
„Sofern diese Ursachen jedoch ausgeschlossen werden können, müssen wir bei länger anhaltenden Riechstörungen auch degenerative Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Alzheimer in Betracht ziehen“, erläutert Hörmann, Direktor der Universitäts-HNO-Klinik des Klinikums Mannheim. „Denn Riechdefizite sind ein wichtiges Frühsymptom für Parkinson oder Alzheimer-Demenz: Über 95 Prozent der Parkinson-Patienten leiden unter olfaktorischen Störungen.“ Dabei treten die Riechstörungen lange vor typischen motorischen Auffälligkeiten wie Zittern oder verlangsamtem Gehen auf – Experten gehen inzwischen von einem Vorlauf von vier bis sechs Jahren aus. „Wir sprechen hier von einem so genannten Leitsymptom, das zur Diagnosefindung beiträgt.“

Die Bedeutung des Geruchssinns werde immer noch zu sehr unterschätzt, bedauert Boris A. Stuck, Geschäftsführender Oberarzt der Universitäts-HNO-Klinik des Klinikums Mannheim. Denn die Folgen dieses Sinnesverlustes können sehr weitreichend sein: „Im Alltag ist der Geruchssinn überaus bedeutsam. Er ist ein Warnsignal für verdorbene Speisen, Gefahrenstoffe oder bei Brand. Darüber hinaus ist er wichtig für Kontrolle der eigenen Körperhygiene, für die soziale Kommunikation sowie Grundvoraussetzung mancher Berufe wie Koch, Parfümeur oder im chemischen Bereich“, so Stuck. In einer Pressekonferenz am 15. Mai 2012 informiert Professor Hörmann darüber, wie Riechstörungen erkannt, behandelt und wie ihnen vorgebeugt werden kann.

Terminhinweise:

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 16. bis 20. Mai 2012
Ort: Rheingoldhalle Mainz

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 15. Mai 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hyatt Regency Mainz, Raum Donau, Malakoff-Terrasse 1, D-55116 Mainz

Eines der Themen:
Wenn der Geruchssinn für immer verschwindet: Ursachen und Folgen eines weitverbreiteten Leidens
Professor Dr. med. Karl Hörmann
Ehrenpräsident der 83. Jahresversammlung der DGHNO KHC; Direktor der Universitäts-HNO-Klinik des Klinikums Mannheim

Rundtischgespräch „Neues zum Riechen und Schmecken aus interdisziplinärer Sicht“
Termin: Donnerstag, 17. Mai, 17.30 bis 19.00 Uhr
Ort: Kongress-Saal, Rheingoldhalle Mainz

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle der 83. Jahresversammlung der DGHNO KHC:
Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.hno.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik