Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfsangebot für Jugendliche mit Essanfällen ausgebaut

19.09.2012
Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas-Erkrankungen in Leipzig baut sein Hilfsangebot für junge Menschen mit wiederkehrenden Essanfällen aus.
Schon Kinder können betroffen sein, spezifische Hilfsangebote für diese Altersgruppe fehlen bisher allerdings. Deshalb bietet das IFB ein spezielles Coaching (BEDA) für Mädchen und Jungen ab 12 Jahre, für Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre.

Bei der Essanfalls- oder Binge-Eating-Störung (engl.: Binge-Eating-Disorder, BED) nehmen die Betroffenen wiederholt große Nahrungsmengen zu sich und haben das Gefühl, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Danach leiden sie meist unter Scham- und Schuldgefühlen. Im Gegensatz zur Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht) steuern die Betroffenen einer Gewichtszunahme nicht durch Erbrechen, extreme Diäten oder exzessiven Sport entgegen, sodass langfristig auch Übergewicht entstehen kann. Rund drei Prozent der Jugendlichen leiden an einer BED - der häufigsten Essstörung im Jugendalter.

Prof. Anja Hilbert, Leiterin der Verhaltensmedizin am IFB, beschreibt die Vorteile des Coachings für junge Patienten mit einer BED: "Darin trainiert jeder Jugendliche individuell mit seinem Coach, sein Essverhalten wieder in den Griff zu bekommen und den persönlichen Teufelskreis der Essanfälle zu durchbrechen. Das 4-monatige Coaching zielt auch darauf ab, die Einstellung zur eigenen Person und zum eigenen Körper zu verbessern und besser mit Stress und Problemen umzugehen."
Jugendliche, die sich und ihren Körper negativ sehen, sind anfälliger für eine Essstörung wie z.B. die BED. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass 42 Prozent der Jungen und 53 Prozent der Mädchen zwischen 8 und 12 Jahren gerne schlanker wären, sogar ein Drittel der Normalgewichtigen hegt diesen Wunsch. Prof. Hilbert erklärt, warum diese Konzentration auf die Figur schädlich sein kann: "Die Kinder und Jugendlichen, die bislang am BEDA-Coaching teilnehmen, versuchen häufig intensiv abzunehmen, sind dabei aber sowohl übergewichtig als auch normalgewichtig. Häufiges Diäthalten und die Dauerbeschäftigung mit dem eigenen Gewicht und der Figur gehen Essstörungen oftmals voraus."

"Die Ursachen für eine negative Einstellung zum eigenen Körper können individuell ver-schieden sein. Die Allgegenwart eines schlanken Schönheitsideals in den Medien kann die Überbewertung von Figur und Gewicht allerdings verstärken. Die eigene Person vornehmlich über diese Körpermerkmale zu definieren, kann besonders Jugendliche in Phasen der Identitätssuche destabilisieren und für die Entstehung von Essstörungen anfällig machen", erklärt Ricarda Schmidt, Psychologin im Coaching-Team. Deshalb verwundert es nicht, dass bereits 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren Symptome einer Essstörung zeigen.
"Die Angebote zur Behandlung der BED in Deutschland entsprechen gerade bei Jugendlichen nicht dem tatsächlichen Bedarf. Als starke psychische Belastung und als Risiko für Übergewicht und Adipositas wurde diese Störung bisher vernachlässigt", unterstreicht Prof. Hilbert. Deshalb strebt das IFB Kooperationen mit Schulen, Ärzten und Einrichtungen für Jugendliche an. Das kostenlose Coaching-Angebot (BEDA) gibt es bundesweit erstmalig in Leipzig im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie.
Betroffene Jugendliche oder deren Angehörige, die sich beim IFB melden, können auf absolute Vertraulichkeit bauen. Eine Überweisung oder die Angabe der Krankenkasse ist nicht notwendig.

Interessierte und betroffene Kinder und Jugendliche können sich direkt ans BEDA-Coaching-Team wenden:
• Telefon: +49 341 97-15363
• E-Mail: info@ess-stress.de
• Infos und Selbsttest: www.ess-stress.de und
www.ifb-adipositas.de
• Infomaterial für Schulen und Arztpraxen bestellbar
über info@ess-stress.de
Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Zur Patientenbehandlung stehen eine IFB AdipositasAmbulanz für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Das IFB wird das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Doris Gabel

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Anja Hilbert
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB)
AdipositasErkrankungen, Professur für Verhaltensmedizin
Telefon: +49 341 97-15360
E-Mail: anja.hilbert@medizin.uni-leipzig.de
www.ifb-adipositas.de

Doris Gabel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IFB
Telefon: +49 341 97-13361
E-Mail: presse@ifb-adipositas.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifb-adipositas.de
http://www.ess-stress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften