Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzschwäche: Telemedizin macht Versorgung schneller, besser und billiger

29.04.2011
Vom 27. – 30. April 2011 findet in Mannheim die 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Viele Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI) werden heute mit kleinen implantierbaren Geräten („Devices“) versorgt. Solche Schrittmacher, Cardioverter-Defibrillatoren oder kardiale Resynchronisationstherapie-Geräte beeinflussen nicht nur die elektromechanischen Funktionen des Herzens und reduzieren die Sterblichkeit, sie können auch Patientendaten mittels Fernübertragung an Krankenhäuser oder Arztpraxen kommunizieren.

„Das Prinzip ist einfach“, so Prof. Dr. Wolfgang Bauer (Würzburg) bei einem Pressegespräch anlässlich der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). „Das implantierte Device überträgt Daten über das Mobilfunknetz auf den Computer des Arztes. Dieser bekommt so die Möglichkeit, die Funktion des Device, aber auch die patientenbezogenen Messwerten und Daten zu kontrollieren und damit eine Verschlechterung der Erkrankung oder das Risiko eines bedrohlichen Ereignisses rechtzeitig zu erkennen.“

Im Idealfall könnte es so gelingen, Routinekontrollen im Krankenhaus gänzlich zu vermeiden und Patienten nur zu hospitalisieren, wenn es tatsächlich medizinisch geboten ist. Die Ziele sind Vorhersage des Krankheitsverlaufs, frühzeitige Intervention sowie Reduzierung von Hospitalisierung und Kosten.

Studien zeigen Wirksamkeit von Home-Monitoring –
Innovation „Flüssigkeits-Monitoring“
Dass dieses „Home Monitoring“ Vorteile hat, wurde mittlerweile in mehreren Studien gezeigt. So zeigte die CONNECT-Studie mit rund 2000 Teilnehmern, dass in der Home-Monitoring-Gruppe durchschnittlich 4,6 Tage zwischen einem kritischen Zwischenfall („Event“) und einer klinischen Entscheidung vergingen, in der konventionell behandelten Gruppe jedoch 22 Tage. „Auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte konnte durch Home Monitoring gesenkt werden“, so Prof. Bauer.

Ein innovativer Ansatz ist das „Fluid Status Monitoring“, das anhand von Messungen der Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge eine Früherkennung der Zunahme der Herzschwäche („kardiale Dekompensation“) möglich machen soll. „Die Datenlage zeigt, dass wahrscheinlich nicht nur ein Parameter für die rechtzeitige Vorhersage eines Ereignisses wie zum Beispiel kardiale Dekompensation ausreichend ist, sondern dass mehrere Größen berücksichtigt werden müssen“, so Prof. Bauer. „Dies wird derzeit in Studien untersucht.“

Intensive Therapie mit hohem Aufwand

Angesichts der hohen Sterblichkeit und einer massiven Einschränkung der Lebensqualität erfordert HI eine intensive Therapie. Implantierte Elektrogeräte müssen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden, das bedeutet häufige Krankenhausaufenthalte oder zumindest Ambulanzbesuche und damit eine Belastung für die ohnedies kranken und meist auch älteren Patienten sowie erhebliche Kosten. Prof. Bauer: „Telemedizin hat das Potenzial, zu einer Verbesserung dieser Situation beizutragen und durch Automatisierung und das Einholen von „Remote“-Information eine Reduzierung der Routinekontrollen zu ermöglichen.“

Herzschwäche ist dritthäufigste Todesursache

HI ist ein Problem von ungeheurem Ausmaß. Für Deutschland bedeutet das eine Häufigkeit von 1,8 Millionen Erkrankten und 200.000 bis 300.000 Neuerkrankungen jährlich. HI ist mit 6,9 Prozent die dritt-häufigste Todesursache und mit 272.000 Fällen dritt-häufigste Hauptdiagnose in Hinblick auf vollstationäre Krankenhausaufenthalte. Die mit Abstand häufigste Ursache der HI ist die koronare Herzkrankheit. Die Fünf-Jahres-Mortalität ist höher als bei vielen Krebserkrankungen. Bei moderater HI (NYHA II und III) ist die häufigste Todesursache der plötzliche Herztod, bei schwerer HI (NYHA IV) tritt schließlich das Pumpenversagen in den Vordergrund.

Kontakt:
Pressestelle der DGK
Achenbachstraße 43
40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600692 - 51
Fax: 0211 / 600692 - 10
Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher, Berlin)
E-Mail: fleck@dhzb.de
Christiane Limberg (Pressereferentin, Düsseldorf)
E-Mail: limberg@dgk.org
Vom 27.-30. April 2011 in Mannheim:
Kongress-Pressebüro: 0621 / 4106 - 5002
B & K Medien- und Kommunikationsberatung: 0621 / 4106 – 5005;
mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7500 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie

Digitalanzeige mit Touchscreen WAY-AX & WAY-DX von WayCon

27.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie