Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzrhythmusstörungen: Kalium- und Magnesiummangel können sie auslösen oder verstärken

17.11.2010
Deutsche Herzstiftung rät zur regelmäßigen Kontrolle des Kalium- und Magnesiumspiegels / Niemals Kalium und Magnesium ins Blaue nehmen

Herzrhythmusstörungen können vielfache Ursachen haben. Eine Ursache ist die Störung der Zusammensetzung der Blutsalze (Elektrolyte) Kalium und Magnesium. Ein Mangel an beiden Blutsalzen kann sowohl gutartige wie bedrohliche Herzrhythmusstörungen verstärken oder auslösen. Denn Kalium und Magnesium sind wichtig zur elektrischen Stabilisierung der Herzzellen. Ihre Verteilung ist für die Bildung von elektrischen Impulsen und für deren Weiterleitung von Muskelzelle zu Muskelzelle im Herzen von entscheidender Bedeutung und damit für die rhythmische Aktivierung des Herzens.

„Deswegen sollten Kardiologen unbedingt darauf achten, dass es bei Patienten zu keinem Kalium- oder Magnesiummangel kommt, zum Beispiel bei regelmäßigem Gebrauch von Entwässerungsmitteln, den sogenannten Diuretika“, rät Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Aber auch ein zu hoher Kaliumspiegel beeinflusst den Herzrhythmus ungünstig. Dadurch wird die Erregbarkeit der Schrittmacher- und Herzmuskelzellen herabgesetzt, das Herz wird langsamer. Bei extrem hohem Kaliumspiegel kann die Verlangsamung sogar so weit gehen, dass das Herz gar nicht mehr schlägt: Herzstillstand.*

Eine regelmäßige Kontrolle der aktuellen Blutwerte und Blutkonzentrationen ist deshalb wichtig. Dies ist besonders dann gegeben, wenn Medikamente für die Behandlung von Hochdruck und Herzschwäche eingenommen werden wie z. B. ACE-Hemmer, Sartane, Aldosteronantagonisten, Diuretika und Digitalispräparate (Digoxin, Digitoxin) oder wenn eine Nierenschwäche vorliegt.

Besondere Vorsicht bei Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche
Patienten mit einer Herzrhythmusstörung müssen durch regelmäßige Kontrollen auf ihren Kalium- und Magnesiumspiegel achten. Besonders ist bei Patienten mit Herzschwäche die Überwachung der Kalium- und Magnesiumwerte sehr wichtig, weil bei ihnen eine Herzrhythmusstörung zu einer gefährlichen Verschlechterung der Herzschwäche, schlimmstenfalls zum Herzversagen führen kann.
Ausgleich durch Ernährung oder Medikamente
Stabilisierend für die rhythmische Aktivierung des Herzens wirken Kalium und Magnesium nur, wenn ihre Konzentration im Normbereich liegt, bei Kalium zwischen 3,6-4,8 mmol/l, bei Magnesium bei 0,7-1,05 mmol/l – mit geringen Abweichungen je nach Labormethode. Allerdings: „Kaliummangel kann effektiv nur ausgeglichen werden, wenn die Magnesiumwerte im Normbereich liegen. Ein Magnesiummangel verstärkt die Symptome eines Kaliummangels“, sagt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Andreas Götte vom St. Vincenz-Krankenhaus in Paderborn.

Normalerweise erhält der Körper durch die Ernährung genug Kalium und Magnesium. Zu erheblichen Verlusten an den Blutsalzen kann es aber u. a. durch eine Nierenfunktionsstörung, Durchfallerkrankungen, übermäßigen Gebrauch von Abführmitteln, Erbrechen, Fieber und starkes Schwitzen kommen. Der Magnesiumspiegel kann durch übermäßigen Alkoholkonsum, Diabetes und Gallenwegserkrankungen absinken. Ein Ausgleich eines Mangels an den Blutsalzen durch eine kalium- und magnesiumreiche Ernährung** und, wenn nötig, durch Kalium- und Magnesiumpräparate, ist anzuraten, wenn Laboruntersuchungen einen Mangel belegen. Von Nahrungsergänzungsmitteln raten Experten wie Prof. Götte ab. Stattdessen sollten – nur unter ärztlicher Anweisung und niemals ins Blaue hinein – Medikamente zum Einsatz kommen, wenn Normwerte durch eine Ernährung nicht zu erreichen sind. Prof. Götte empfiehlt Kalium am besten als Kaliumchlorid in einer Dosierung von 40 mmol pro Tag, Magnesium als Magnesiumaspartat oder Magnesiumcitrat in einer Dosierung von 10 mmol pro Tag. Nicht jeder verträgt diese Präparate, weil sie den Magen reizen. Dann kommen besser verträgliche Kaliumretard-Kapseln in Frage. Da sie aber weniger Kalium enthalten, müssen sie mehrfach täglich eingenommen werden.

*Für Ursachen siehe die aktuelle Broschüre der Deutschen Herzstiftung, Herzrhythmusstörungen heute, Frankfurt a. M. (Okt. 2010), S. 41

**Kaliumlieferanten sind Obst und Gemüse, vor allem Bananen, Trockenobst, Kartoffeln, Fenchel usw., während Magnesium in Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen), Getreideprodukten, Nüssen und Trockenobst, aber auch in Früchte- und Kräutertees enthalten ist.

Eine neue Broschüre „Herzrhythmusstörungen heute“, die die Deutsche Herzstiftung zu den Herzwochen 2010 herausgebracht hat, informiert auf 132 Seiten über den aktuellen Stand von Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Herzrhythmusstörungen. Darin erhalten Patienten wertvolle Ratschläge und Tipps für den Umgang mit Herzrhythmusstörungen. Alle Beiträge sind von namhaften Herzspezialisten laienverständlich geschrieben. Der Band ist gegen drei Euro in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.

35/2010
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle: Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069/95 51 28-114/-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/
koenig@herzstiftung.de

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE