Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzinfarkt-Risiko als Erblast: Frühzeitig gegensteuern!

23.03.2009
In Infarkt-Familien ist Kontrolle von Risikofaktoren besonders wichtig

Es kommt immer wieder vor, dass Herzinfarkte familiär gehäuft auftreten. In diesen Familien ist die Gefährdung durch die koronare Herzkrankheit und den Herzinfarkt zu einem wesentlichen Teil vererbt.

Wie wahrscheinlich es zu dem gefürchteten Ereignis kommt, hängt dabei sowohl von genetischen Faktoren als auch von anderen - teilweise sehr gut beeinflussbaren - Risikofaktoren ab. Gerade Menschen, in deren Familien ein Herzinfarkt bereits gehäuft aufgetreten ist, sollten diese Risikofaktoren deshalb besonders aufmerksam kontrollieren, wie die Deutsche Herzstiftung empfiehlt.

Wissenschaftler vermuten, dass bisher unbekannte genetische Faktoren etwa die Hälfte des persönlichen Herzinfarkt-Risikos ausmachen. "Weltweit wird intensiv daran gearbeitet, Risiko-Gene für den Herzinfarkt aufzuspüren, um Menschen mit einem sehr hohen Infarktrisiko frühzeitig schützen zu können", sagt Prof. Dr. med. Christian Hengstenberg, Kardiologe im Universitätsklinikum Regensburg und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Forscher sind Risiko-Genen auf der Spur

In einer von der Deutschen Herzstiftung bzw. der Deutschen Stiftung für Herzforschung unterstützten mehrjährigen Herzinfarkt-Familienstudie konnten die Forscher um Christian Hengstenberg durch aufwendige Analysen Genregionen finden, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit Herzinfarkt-Gene liegen. Nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse dieser Studie gilt es mittlerweile als wissenschaftlich gesichert, dass blutsverwandte Familienmitglieder mit Herzinfarkt eine wichtige Bedeutung für das eigene Infarktrisiko haben.

Weiterführende Langzeit-Untersuchungen (auch sie werden u.a. von der Deutschen Herzstiftung gefördert) haben nun das Ziel, einzelne spezielle Herzinfarkt-Gene zu identifizieren und deren Auswirkungen auf den Stoffwechsel zu untersuchen. "Wir nehmen an", so der Kardiologe, "dass es verschiedene genetische Faktoren in mehreren Genen sind, die im Zusammenspiel mit den anderen Risikofaktoren für die Entstehung des Herzinfarkts und der ihm vorausgehenden koronaren Herzerkrankung verantwortlich sind."

Personen, in deren Familien Herzinfarkte bereits gehäuft aufgetreten sind, neigen nicht selten dazu, ein solches Ereignis auch für sich selbst als schicksalhaft vorherzusehen. "Resignation ist hier jedoch völlig fehl am Platz", betont Prof. Hengstenberg. "Vielmehr sollten gerade Menschen, die in eine Herzinfarktfamilie hineingeboren sind, so früh wie möglich ihre anderen Risikofaktoren erkennen und beeinflussen." So lohnt es sich für sie besonders, nicht zu rauchen, sich gesund zu ernähren, auf ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht zu achten und Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen konsequent behandeln zu lassen.

Ausführlicher Bericht zum Thema Vererbung und Herzinfarkt in der Zeitschrift "Herz heute" 1/2009. Das Heft ist kostenlos erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Stichwort "Herzinfarkt-Familien", Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel. 069 955128-0, E-Mail: info@herzstiftung.de.

4/2009
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: koenig@herzstiftung.de

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der “Stein von Rosetta” für aktive Galaxienkerne entschlüsselt

21.06.2018 | Physik Astronomie

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics