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Herz-Kreislauf-Erkrankungen - frühere Diagnose durch Molekulare Bildgebung

11.04.2012
Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in den Industrieländern. Neue Verfahren der Molekularen Bildgebung ermöglichen nun ein besseres Verständnis ihrer Ursachen und ihres Verlaufs. Dadurch wird zukünftig eine frühere und genauere Diagnose möglich und schwere Folgeschäden können vermindert oder sogar vermieden werden.
Die aktuelle Forschung auf diesem Gebiet stellt der Sonderforschungsbereich 656 Molekulare kardiovaskuläre Bildgebung (SFB 656 MoBil) der Universität Münster auf der NuklearMedizin 2012 in Bremen vor. Die Veranstaltung am 25. April 2012 zum Thema „Zukunft der Nuklearmedizin – Interdisziplinäre Forschung von den Grundlagen zur Klinik“ bildet das Vorkongress-Symposium zur 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin.

Das Forscherteam aus Münster untersucht unter anderem, ob sich im Körper Enzyme befinden, die an der Entstehung der Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) beteiligt sind. Dazu entwickeln die Chemiker des SFB 656 MoBil schwach radioaktive Moleküle – so genannte Tracer – die in den Blutkreislauf eingebracht werden. Die Tracer spüren dort krank machende Moleküle auf und gehen mit ihnen eine Bindung ein. Durch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) – ein nuklearmedizinisches, bildgebendes Diagnoseverfahren – können die von diesen Molekülen nun ausgehenden Signale gemessen und sichtbar gemacht werden. Kleinste und bewegte Strukturen – wie Herzkranzgefäße und Herzmuskel – stellen dabei eine besondere Herausforderung für die Molekulare Bildgebung dar. Physiker, Mathematiker und Informatiker des Forscherteams optimieren deshalb die technischen Methoden der Bildgebung und die dreidimensionale Auswertung und Visualisierung der Bilddaten.

Neben der Untersuchung des Herzens und des Gefäßsystems beschäftigt sich ein Projektteam aus Münster auch mit der Niere, dem am häufigsten transplantierten Organ. Durch eine Abstoßungsreaktion kann es hier nach einer Transplantation zum Verlust der Niere kommen. Bisher ist die Diagnostik dieser Abstoßung nur durch für den Patienten riskante Gewebeprobenentnahmen möglich. Den Forschern des SFB 656 MoBil ist es nun gelungen, sowohl Abstoßungsreaktionen als auch das Ansprechen auf eine medikamentöse Therapie durch Molekulare Bildgebung im Krankheitsmodell nachzuweisen.

Die Jubiläumstagung NuklearMedizin 2012, die 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., findet vom 25. bis 28. April auf dem Gelände der Messe Bremen statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2012 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2012 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2012.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de

Stefanie Neu | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de

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