Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herpes-Viren sind vererbbar

01.10.2008
HHV 6 kann zu Bestandteil des Erbguts werden

Herpes-Viren können zu einem festen Bestandteil des menschlichen Erbguts werden. Forscher der Universität Rochester in New York halten es für eine Illusion, dass Viren nicht vererbbar seien.

Bei der Untersuchung von Haarwurzelzellen 254 Neugeborener und ihrer Eltern auf genetische Spuren des Humanen Herpes-Virus Nummer 6 (HHV-6) wurden die Kinderärzte und Bioinformatiker in immerhin 37 Fällen fündig, berichtet das Pädiatrie-Journal Pediatrics.

Die Kinder hätten die Virus-DNA nur in jenen Fällen getragen, in denen bei mindestens einem Elternteil Spuren des HHV-6 gefunden wurden, was als Indiz für eine Vererbung gilt. Gleichzeitig konnten die Forscher nachweisen, "dass diese Viren keine selbständigen Partikel mehr waren, sondern ihr Erbgut in der DNA des Zellkerns deponiert hatten", schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Vier von fünf Menschen sind Träger des HHV-6.

"Bisher dachte man bei herpesinfizierten Neugeborenen, dass diese sich im Mutterleib angesteckt hätten, wie bei jeder anderen Infektion auch. Tatsächlich aber tragen 86 Prozent der positiv getesteten Kinder das Virus in ihren Genen", wird Ko-Autorin Caroline Breese Hall von der FAZ zitiert. Das HHV-6 ist zwar weitgehend ungefährlich und löst bei Kleinkindern lediglich Drei-Tage-Fieber aus. Dennoch versteht es offenbar, sich erfolgreich in die DNA einzuweben.

Neben dem HHV-6 scheinen die menschlichen Chromosomen auch Anziehungspunkt für das Lippenbläschenvirus Herpes simplex oder den Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers HHV-4 zu sein.

Die Entwicklung vom Virus zum Gen funktioniert auf einem Umweg über die Keimbahn. "Das Virus muss die Vorläuferzelle einer Ei- oder Samenzelle infizieren. Wenn diese es bis zur Befruchtung schafft, entsteht in der nächsten Generation ein Lebewesen mit einer Kopie des Virus in jedem seiner Zellkerne. Der Erreger ist endogen geworden und gehört für alle Zeiten zu diesem Organismus", erklärt Nikolaus Müller-Lantzsch, Leiter des Nationalen Referenzlabors für HHV-6-Viren in Saarbrücken. Erst dadurch kann das Virus auch in den Haarwurzelzellen von Neugeborenen vorkommen. Diese werden normalerweise nicht von HHV-6 befallen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.faz.net

Weitere Berichte zu: DNA Erbgut FAZ HHV-6 Haarwurzelzellen Herpes-Viren Neugeborene Virus Zellkern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie

Digitalanzeige mit Touchscreen WAY-AX & WAY-DX von WayCon

27.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie