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Helmholtz-Gemeinschaft und Partner erforschen Ursachen des Metabolischen Syndroms

25.04.2012
Weltweit erkranken immer mehr Menschen an hochkomplexen Stoffwechselstörungen.
Eine besonders schwerwiegende Form ist das Metabolische Syndrom, das durch das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz charakterisiert ist. Obwohl komplexe Erkrankungen intensiv erforscht werden, fehlen interdisziplinäre Ansätze, die das Metabolische Syndrom und seine zu Grunde liegenden Komponenten umfassend erklären.

In dem Portfoliothema „Metabolische Dysfunktion und Volkserkrankungen“ forschen die Gesundheitszentren der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit renommierten universitären und außeruniversitären Partnern an den Mechanismen dieses komplexen Krankheitsbildes, um die Ursachen zu verstehen und geeignete Diagnose- und Therapieoptionen zu entwickeln. Das Portfoliothema wird bis 2016 mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert.

„Stoffwechselstörungen als Ursache und Folge komplexer Erkrankungen zu verstehen, ist für die Forschung eine große Herausforderung. Die Aufklärung der zugrunde liegenden molekularen Prozesse ist eine wesentliche Voraussetzung, um Krankheitsprozesse zu verstehen und präventive, diagnostische sowie therapeutische Maßnahmen für jeden einzelnen Patienten entwickeln zu können“, sagt Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die Gesundheitszentren der Helmholtz-Gemeinschaft sind für diese Herausforderung international hervorragend aufgestellt. Mit einer starken Vernetzung auf dem Gebiet der Metabolismusforschung sowohl mit universitären als auch mit außeruniversitären Partnern, können wir uns dieser Aufgabe stellen.“
Epidemiologische Studien zeigen, dass das Metabolische Syndrom – vor allem bei jüngeren Menschen – nicht nur das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht, sondern auch mit der Entstehung von Krebs-, Infektions- sowie neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Daraus lässt sich die fundamentale Bedeutung Metabolischer Dysfunktionen für wichtige Volkskrankheiten ableiten.

Obwohl bis heute viele Details aufgeklärt werden konnten, gibt es noch keine effizienten personalisierten Therapieansätze. Metabolische Dysfunktionen als Folge der Wechselwirkung von genetischer Disposition, chronischen Infektionen und lebensstilbedingten Umwelteinflüssen stellen eine besondere Herausforderung für neue diagnostische und therapeutische Ansätze dar. Erst wenn die kausalen Zusammenhänge verstanden sind, kann eine wirksame Behandlung entwickelt werden.

Beteiligte Helmholtz-Zentren:
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Deutsches Krebsforschungszentrum
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Helmholtz-Zentrum München
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Koordinierende Sprecher:
Prof. Dr. Mathias Treier (MDC)
Prof. Dr. Stephan Herzig (Deutsches Krebsforschungszentrum)

Beteiligte Partner:
Charité – Universitätsmedizin Berlin (Charité)
Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Universitätsklinikum Heidelberg
Max Planck Institut für Psychiatrie München
Technische Universität München
Universität Bonn

Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft
Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährlichen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung profitieren auch die universitären Forschungspartner. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

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Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
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