Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heimisch oder importiert - vektorübertragene Krankheiten sind Thema des Weltgesundheitstags 2014

03.04.2014

Krankheiten, die durch Vektoren wie Zecken und Stechmücken übertragen werden, sind Thema des Weltgesundheitstags 2014 am 7. April. Sie spielen auch in Deutschland eine wichtige Rolle.

Daher werden sie im RKI, dem nationalen Public-Health-Institut, kontinuierlich überwacht und erforscht, in enger Zusammenarbeit insbesondere mit dem Bernhard-Nocht-Institut (Tropenkrankheiten) und dem Friedrich-Loeffler-Institut (Tiergesundheit). Nehmen die Fallzahlen in Deutschland zu? Entstehen durch den Klimawandel neue Risiken?

Zum Weltgesundheitstag erscheint vorab eine von RKI-Epidemiologen erstellte Übersicht zu vektorübertragenen Infektionserregern. Der Beitrag von Christina Frank und Kollegen ist Teil des Anfang Mai erscheinenden Schwerpunktthemas Gesundheitsschädlinge im Bundesgesundheitsblatt.

Die dem RKI übermittelten Meldedaten erlauben die Langzeitüberwachung vieler dieser Krankheiten im Hinblick auf räumliche und zeitliche Trends. Zudem liefern sie die Grundlage für vertiefende Studien zu Risikofaktoren und Hinweise für die Prävention.

Zum Beispiel analysiert das RKI die FSME-Meldedaten, trägt fehlende Informationen zum Infektionsort zusammen und entwickelte das Konzept für Risikogebiete. Die jährlich im Frühjahr veröffentlichte RKI-Landkarte mit FSME-Risikogebieten ist Grundlage für die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur FSME-Impfung.

Im Konsiliarlabor für FSME im Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene (ZBS1) des RKI werden insbesondere Fälle untersucht, die aus Gebieten gemeldet werden, wo FSME-Viren bisher nicht vorkommen. Außerdem können in ZBS 1 auch andere verwandte (Flavi-)Viren wie Gelbfieber-, West Nil-, Japanische Enzephalitis- und Dengue-Viren diagnostiziert werden. Das ZBS 1 koordiniert das Europäische Netzwerk zur Diagnostik von „importierten“ Viruserkrankungen (ENIVD).

ENIVD kümmert sich insbesondere um die Diagnostik von Viren, die aus tropischen Ländern eingeschleppt werden oder womöglich durch geänderte klimatische Bedingungen auch in Europa selbst eine Gesundheitsgefahr darstellen. In den vergangenen Jahren gab es einige solcher Erkrankungen, die vor Ort entstanden waren, etwa einzelne Denguefieberfälle in Frankreich und einen Chikungunyafieber-Ausbruch in Italien.

Problematische Vektoren könnten aufgrund von Globalisierung und globaler Erwärmung auch nach Deutschland vordringen. Tigermücken zum Beispiel übertragen Dengue- und Chikungunyaviren, und einzelne Asiatische Tigermücken wurden in den vergangenen Jahren immer wieder in Süddeutschland nachgewiesen. Um die Datenlage, die entscheidend für die Risikobewertung ist, zu verbessern, hat das RKI von 2011 bis 2013 ein Projekt zum Stechmücken-Monitoring gefördert (www.mueckenatlas.de).

Bei importierten Infektionen sind auch die Meldedaten eine wichtige Grundlage, etwa bei Denguefieber, wo die Fallzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Die Angaben zu Infektionsländern liefern zudem wichtige Informationen für die reisemedizinische Beratung bei Tropeninstituten oder Ärzten.

Bei einem völlig neuen vektorübertragenen Erreger, dem Schmallenbergvirus (2011 erstmals vom Friedrich-Loeffler-Institut bei erkrankten Wiederkäuern nachgewiesen), konnten RKI-Wissenschaftler in kürzester Zeit zeigen, dass das neue Virus Menschen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gefährdet (siehe Pressemitteilung vom 2.4.2012).

Mit dem Weltgesundheitstag begeht die WHO alljährlich ihre Gründung am 7. April 1948 als Sonderorganisation für Gesundheit der Vereinten Nationen.

Weitere Informationen: www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
www.rki.de


Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Pressestelle:
Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Heidi Golisch
Judith Petschelt

Kontakt
Tel.: 030-18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030-18754 2265
E-Mail: presse@rki.de
Twitter: @rki_de

Susanne Glasmacher | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie