Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heilungschancen nach Herzinfarkt verbessern

02.08.2013
Das körpereigene Protein S100A1 wirkt wie eine Wundsalbe für Herzen nach einem Infarkt: Es fördert die Wundheilung, dämmt Entzündungen ein und verhindert nachträgliche Gewebeschäden.

Das entdeckte Dr. David Rohde mit einem Team der Abteilung für Kardiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und erforscht nun, welche molekularen Signalwege dahinterstecken und ob sich das Protein als Medikament nutzen lässt. Für sein Forschungsvorhaben erhielt Dr. Rohde nun drei Stipendien über insgesamt 120.000 Euro.

Die Düsseldorfer Ernst und Berta Grimmke-Stiftung fördert das Projekt mit insgesamt 100.000 Euro, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) e.V. im Rahmen des Oskar Lapp-Stipendiums mit 20.000 Euro. Die Medizinische Fakultät Heidelberg würdigte die Arbeit des jungen Mediziners mit dem mit 1.500 Euro dotierten Walter-Erb-Stipendium.

Bisher keine Möglichkeit, Heilungsverlauf nach Infarkt positiv zu beeinflussen

Welchen dauerhaften Schaden das Herz nach einem Infarkt davonträgt, hängt wesentlich vom anschließenden Heilungsverlauf ab. Das überlebende, aber geschwächte Gewebe in unmittelbarer Umgebung des Infarkts entzündet sich und leitet so die Heilung ein. Die anfangs notwendige Entzündungsreaktion kann aber auch – aus ungeklärter Ursache – das genaue Gegenteil bewirken und zusätzliche Schäden am Herzmuskel verursachen. „Wir haben als Ärzte momentan keine Möglichkeit, den Heilungsverlauf nach dem Infarkt positiv zu beeinflussen“, erklärt Rohde, Wissenschaftler in der Sektion für Molekulare und Translationale Kardiologie (Leiter: Professor Dr. Patrick Most), Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo A. Katus) der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

Mit S100A1 kleinere Infarktnarbe und bessere Herzfunktion

Eine solche Möglichkeit könnte das Protein S100A1 bieten, wie Rohde und seine Kollegen in Vorarbeiten entdeckten. Beim Infarkt wird es aus abgestorbenen Herzmuskelzellen freigesetzt und von anderen Herzzellen, den kardialen Fibroblasten, aufgenommen. Durch S100A1 aktiviert greifen die Fibroblasten entscheidend in den Verlauf der Entzündungsreaktion ein: Sie locken speziell Immunzellen für eine heilungsfördernde Entzündung an; das geschädigte Gewebe verheilt gut. Anders ohne S100A1: Mäuse, bei denen das Protein blockiert wurde oder ganz fehlt, entwickelten nach einem Herzinfarkt größere Narben und hatten später eine deutlich schlechtere Herzfunktion als Mäuse mit normalem S100A1-Spiegel.

„Unterschiede im S100A1-Spiegel spielen wahrscheinlich auch bei Menschen mit Herzinfarkt eine Rolle“, erklärt Rohde. „Das Protein wird bei Patienten mit chronischer Herzschwäche nur noch in geringer Menge gebildet. Selbst kleine Infarkte können dann schwere Schäden verursachen.“ Nun will der Kardiologe den Wirkmechanismus des Schutz-Proteins weiter aufklären. Außerdem sucht er nach einem Weg, wie sich S100A1 für die Prophylaxe schwerer Herzschäden nach Infarkt einsetzen lässt.

Weitere Informationen:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.127864.0.html
Innere Medizin III: Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Laboratory-for-Molecular-and-Translational-Cardiology.8031.0.html

Laboratory for Molecular and Translational Cardiology

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Dr-med-David-Rohde.120295.0.html
Dr. David Rohde

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017

18.10.2017 | Messenachrichten