Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautinfektionen: Zwei Millionen Euro zur Erforschung von Ursachen und Therapie

06.01.2011
UKM-Hautexperte Prof. Dr. Cord Sunderkötter koordiniert bundesweiten Forschungsverbund

Mit über zwei Millionen Euro wird der bundesweite Forschungsverbund zu Hautinfektionen, „Skin Staph“, in den kommenden drei Jahren erneut durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es ist bereits die zweite Förderung für den 2007 gegründeten Verbund. Koordiniert wird das Netzwerk von Prof. Dr. Cord Sunderkötter, Oberarzt der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM).

„Wir suchen nach den Ursachen und neuen Therapiemöglichkeiten von Haut- und Weichgewebeinfektionen durch Staphylokokken (Staphylococcus aureus). Er zählt zu den häufigsten Erregern für Hautinfektionen und kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen. Andererseits wohnt er auf der Haut vieler Menschen ohne Schaden anzurichten. Infolge des Anstiegs chronischer Wunden bei der wachsenden Anzahl älterer Patienten und angesichts des Aufkommens hochresistenter S. aureus-Stämme sind neue Konzepte zur Prävention und Kontrolle erforderlich.

Das gemeinsame Ziel aller beteiligten Wissenschaftler ist die Entwicklung solcher Strategien“, erklärt Prof. Sunderkötter. In Münster liegt die Projektleitung in der Hautklinik und im Institut für Medizinische Mikrobiologie. Netzwerkpartner sind auch die Universitäten in Bonn, Giessen, Homburg, Kiel, Tübingen und das Helmholtzzentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Mit neuen Methoden gehen die Wissenschaftler systematisch der Frage nach, welchen Bedingungen die häufige Besiedlung der Haut mit S.aureus unterliegt, und warum es bei Wunden oft bei einer Besiedlung bleibt, während es in anderen Fällen zu Infektionen der Wunde und dann des Weichgewebes kommt oder gar zum Eindringen der Bakterien in das Blut (Sepsis).

Mit der erneuten Förderung durch das BMBF können nun die viel versprechenden Ergebnisse und Ansätze der ersten Forschungsphase weiter vertieft und ergänzt werden. Prof. Sunderkötter: „Einer der Höhepunkte der bisherigen Forschungsarbeit ist z.B. die Erkenntnis, dass Defensine (antimikrobielle Eiweiße) der Haut die Bakterienwand nicht nur schwächen, sondern in der Lage sind, ihre Synthese zu verhindern, ähnlich der Wirkungsweise von Antibiotika.“

In Münster haben die beteiligten Forscher mit Hilfe des Forschungsverbundes u.a. ermittelt, wie manche S.aureus unauffällig in bestimmten Zellen (Haut- oder Gefäßzellen) fortbestehen, aber auch aggressiv über Toxine Leukozyten zerstören. Außerdem fanden sie heraus, dass die Anfälligkeit für Weichgewebeinfektionen durch S.aureus auch von genetisch angelegten Faktoren abhängig ist.

Langfristiges Ziel ist die direkte Verbesserung der Patientenversorgung: „Die Ergebnisse aus einer Gewebebank des Netzwerkes weisen darauf hin, dass chronische Wunden zwar von vielen Bakterien besiedelt werden, aber dass nur ganz bestimmte Bakterien unter ihnen (S.aureus) eine Infektion im Gewebe verursachen. Gerade hierauf können daher Prophylaxe und Behandlung konzentriert werden“, so Sunderkötter.

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung