Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Harnröhre aus körpereigenem Gewebe geschaffen

08.03.2011
Transplantat auch nach sechs Jahren noch voll funktionsfähig

Wissenschaftler des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine haben fünf mexikanischen Jungen mit Harnröhren aus körpereigenen Gewebe behandelt, deren Harnwege geschädigt waren. Sie erklärten gegenüber The Lancet, dass es allen Patienten gut geht. Die Transplantate wurden vom Körper angenommen und alle Defekte sind behoben.

Dem Team um Anthony Atala war es in der Vergangenheit bereits gelungen, künstliche Harnblasen herzustellen. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an mehr als 30 verschiedenen Geweben und Organen.

Zellen aus Harnblase entnommen

Die Patienten sind zwischen zehn und 14 Jahre alt wurden bei Unfällen verletzt. Der erste Schritt bei der Schaffung neuer Harnröhren war die Entnahme einer kleinen Menge von Zellen aus der Harnblase jedes der Jungen. Aus diesen Proben isolierten die Wissenschafter jene Zellen, die sie zur Schaffung einer neuen Harnröhre brauchen würden. Diese Zellen, die zu Muskeln, Organwand und Stützgewebe werden sollten, wurden im Labor wochenlang mit Nährstoffen versorgt und vermehrt bis eine ausreichende Menge vorhanden war.

In einem nächsten Schritt wurden die Zellen auf einem natürlich abbaubaren Gitter aufgebracht. Zu einer Röhre geformt passten es die Wissenschaftler jedem Patienten individuell an. Nachdem die Zellen eine Woche Zeit gehabt hatten, das Gitter anzunehmen, wurden sie transplantiert. Nach sechs Jahren funktionieren die künstlichen Harnröhren noch immer, sind in Aussehen und Funktion gleich wie normale. Ohne diese Behandlung hätten diese Patienten eine künstliche Harnröhre erhalten müssen. Das Risiko eines Fehlschlages liegt hierbei bei rund 50 Prozent.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.wfubmc.edu/wfirm

Weitere Berichte zu: Gewebe Harnblase Harnröhre Harnröhren Transplantat periodische Gitter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten