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Häufige Schmerzmittel-Einnahme kann Dauerkopfschmerz auslösen

14.05.2010
Experten raten Weg zum Allgemeinmediziner

Herkömmliche Kopfschmerz-Medikamente können eine rasche Linderung bei Migräne und Spannungskopfschmerzen bringen. "Wenn sie jedoch zu häufig eingenommen werden, besteht die Gefahr, dass sich ein Dauerkopfschmerz entwickelt", so Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin.

Experten raten daher dazu, sowohl allgemeine Schmerzmittel als auch spezielle Migräne-Medikamente nicht öfter als zehnmal im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander einzunehmen.

"Gelegentliche Kopfschmerzen selbst zu behandeln ist kein Problem", meint auch Christian Wöber, Leiter der Kopfschmerzambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie in Wien gegenüber pressetext. "Bei belastenden oder häufigen Kopfschmerzen, sollte jedoch unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden", so der Experte. Derartige Beschwerden sollten gezielt behandelt werden. "Mit dem Mediziner können dann die Dosierung der Arzneimittel und auch andere Möglichkeiten zum Umgang mit Kopfschmerzen besprochen werden."

Zu häufiger Gebrauch von Schmerzmitteln

"Werden solche Arzneimittel drei Monate lang jeweils an zehn oder mehr Tagen eingenommen, ist die Gefahr bereits sehr groß, einen Dauerkopfschmerz zu bekommen", so Wöber. Dabei sei es egal, ob immer auf die gleichen Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol zurückgegriffen wird oder ob diese wechselweise eingenommen werden. "Der Weg sollte immer beim Allgemeinmediziner beginnen, der dann, falls erforderlich, an einen niedergelassenen Neurologen überweist", meint Wöber.

"Am häufigsten kommt es bei Menschen mit Migräne durch den Übergebrauch von Medikamenten zu einem Dauerkopfschmerz", berichtet Diener. "Nicht selten nehmen Migräne-Patienten mit hohem Leistungsbewusstsein bereits vorbeugend Schmerzmittel, weil sie beispielsweise beruflich unter Druck stehen und sich keinen Ausfall leisten möchten", berichtet der Direktor der Klinik für Neurologie in Essen.

Ursachenfindung hilft bei Therapie

"Hat sich erst einmal ein Dauerkopfschmerz entwickelt, so muss die Einnahme jeglicher Schmerzmittel für etwa zwei Wochen ausgesetzt werden", rät Diener. Etwa 80 Prozent der Betroffenen gehe es danach besser. "Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten Kopfschmerz-Patienten ihre Beschwerden in jedem Fall auch mit nicht-medikamentösen Alternativen angehen", meint Diener.

"Es ist sehr wichtig, auch nach einer Vorbeugung von Kopfschmerzen zu suchen", meint Wöber. Betroffene sollten darüber nachdenken, ob es Ursachen wie etwa Stress oder Belastungen gebe, ob sie regelmäßig essen, genügend Wasser trinken und ausreichend schlafen. "Auch Ausdauersport ist ein geeignetes Mittel gegen Kopfschmerzen."

Als nicht-medikamentöse Therapien rät Wöber zu Akupunktur und Entspannungsübungen. "Entscheidend ist dabei, das eigene Stressmanagement und die Selbstwahrnehmung zu verbessern, um zu erkennen, wann der Körper eine Pause braucht. Techniken wie die Progressive Muskelentspannung und Biofeedback können dabei unterstützen, Entspannung zu erlernen und bei Bedarf abzurufen", empfiehlt Diener.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.neurologen-im-netz.de
http://www.meduniwien.ac.at/Neurologie
http://westdeutsches-kopfschmerzzentrum.de

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