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Gutes Signal für Gehirnforschung

27.09.2013
Die Arbeitsgruppe um Einstein-Professor Dietmar Schmitz ist zu neuen Erkenntnissen über eine Hirnregion gelangt, die für die räumliche Orientierung zuständig ist.

Gemeinsam mit Kollegen vom Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn haben die Wissenschaftler von der Charité-Universitätsmedizin Berlin untersucht, wie Nervensignale im sogenannten Entorhinalen Cortex unterdrückt werden.

Dabei stellten sie fest, dass die Hemmung der Nervensignale ein räumliches Profil hat. Dieses Ergebnis ist unter anderem für die Erforschung von Alzheimer relevant.

„Im Entorhinalen Cortex findet man bereits in einem frühen Stadium von Alzheimer jene Protein-Ablagerungen, die für eine Erkrankung typisch sind“, erklärt Einstein-Professor Dietmar Schmitz. „Durch unsere Studie verstehen wir nun besser, wie die Nervenzellen im Entorhinalen Cortex arbeiten und wie es in dieser Region zu Störungen der elektrischen Aktivität kommen kann.“ Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Neuron“ veröffentlicht.

Der Entorhinale Cortex verschaltet das Gedächtniszentrum mit anderen Teilen des Gehirns. Die Neurowissenschaftler haben untersucht, wie die Weitergabe von elektrischen Signalen – die grundlegende Funktionsweise des Gehirns – zwischen den Nervenzellen des Enthorinalen Cortex abläuft. Bei der Weiterleitung des elektrischen Impulses wird die „Empfänger-Zelle“ typischerweise entweder angeregt oder gehemmt. Während bisher vor allem die Anregung im Entorhinalen Cortex untersucht wurde, widmeten sich die Forscher in Berlin und Bonn der Hemmung – und machten eine interessante Entdeckung.

„Die Blockade der Nervensignale ist in manchen Bereichen des Entorhinalen Cortex schwächer, in anderen stärker ausgeprägt“, sagt Prateep Beed, Postdoktorand in der Arbeitsgruppe um Dietmar Schmitz und Erstautor der Studie. Die ungleichmäßige Hemmung spiele offenbar auch eine wichtige Rolle für den Gleichtakt, der zwischen Nervenzellen oft auftritt. Dieses Phänomen konnte bisher noch nicht befriedigend erklärt werden.

Dietmar Schmitz ist seit 2011 Einstein-Professor für Neurowissenschaften an der Charité und erforscht mit seinem Team, wie das Gehirn Informationen zu Erinnerungen verarbeitet. Der international renommierte und umworbene Neurowissenschaftler war bereits seit 2005 Professor an der Charité, konnte aber nur mithilfe des Programms „Einstein-Professur“ in Berlin gehalten werden.

Die Einstein Stiftung Berlin wurde 2009 vom Land Berlin gegründet. Zweck der Stiftung ist es, Wissenschaft und Forschung in Berlin auf internationalem Spitzenniveau zu fördern und das Land dauerhaft als attraktiven Wissenschaftsstandort zu etablieren.

Christian Martin | idw
Weitere Informationen:
http://www.einsteinfoundation.de

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