Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Grenzen der Geruchsbelästigung

04.09.2013
Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung untersucht die individuellen Unterschiede der Geruchswahrnehmung und ihre Bedeutung für die Festsetzung der Grenzwerte chemischer Arbeitsstoffe
>> Der erste Tag im frisch renovierten Büro. Frau Scholz freut sich über die neue Ausstattung und den hellen und freundlichen Eindruck des Raums. Wenn da nicht ein merkwürdiger Mix von Gerüchen wäre. Und dann schon mittags diese brennenden Augen – muss sie sich jetzt Sorgen um ihre Gesundheit machen?

Gerüche sind an jedem Arbeitsplatz vorhanden. Sie werden von flüchtigen Chemikalien verursacht, die wir mit der Luft einatmen. Einige davon wirken reizend, wie Ammoniak in der Landwirtschaft oder Lösungsmittel im Handwerk. Und das wird auch vom Gesetzgeber als Problem angesehen. Deshalb sollen die Grenzwerte für chemische Arbeitsstoffe Belästigungen durch sensorische Irritationen und intensive oder ekelerregende Geruchswahrnehmungen berücksichtigen und vermeiden.

Aber wo soll man dann die Grenze ziehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Neurotoxikologie und Chemosensorik“ unter der Leitung von Christoph van Thriel. Sie führt Experimente in einem Expositionslabor durch, in denen die Wirkungen chemischer Arbeitsstoffe auf den Menschen untersucht werden.

Aktuelle Ergebnisse der Arbeitsgruppe zu arbeitsrelevanten Reizstoffen bestätigen, dass bei Geruchsbelästigungen große interindividuelle Unterschiede zu berücksichtigen sind. Frauen reagieren gemeinhin sensibler auf unangenehme Gerüche als Männer. Junge Menschen sind sensibler als Ältere. Und als besonders wenig sensibel sind diejenigen bekannt, die den Geruch verursachen, der Handwerker beim Umgang mit seinen Lösungsmitteln oder der Bauer beim Umgang mit seiner Gülle.

Mit diesen individuellen Unterschieden lässt sich auch erklären, warum im Alltag ein und dieselbe Geruchsbelastung zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen und Befürchtungen führt – die dann teilweise in recht hitzig geführten öffentlichen Diskussionen oder Gerichtsverfahren münden. Manchmal ist der Reiz aber so eindeutig, dass allgemeine Einigkeit über die Geruchsbelästigung besteht, wie sie aktuell durch das Niedrigwasser der Emscher verursacht wird.

Kontakt:

PD Dr. rer. nat. Christoph van Thriel
Telefon: +49 231 1084-407
E-Mail: thriel@ifado.de
Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage. Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet. Das IfADo hat mehr als 220 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Diese Wissenschaftsorganisation umfasst 86 Einrichtungen, die mehr als 16.800 Menschen beschäftigen, bei einem Jahresetat von über 1,8 Mrd. Euro.

Dr. rer. nat. Christoph van Thriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifado.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten