Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greifswald jetzt offiziell das einzige Deutsche klinische Zentrum für genitale Sarkome und Mischtumore

28.09.2010
Seltene Krebserkrankung muss besonders schnell erkannt werden

Das Universitätsklinikum Greifswald ist jetzt vom Patent- und Markenamt offiziell die Urkunde und der Titel „Deutsches klinisches Kompetenzzentrum für genitale Sarkome und Mischtumoren“ verliehen worden.

Das bundesdeutsche Institut erkennt damit die langjährigen Erfahrungen und wissenschaftlichen Arbeiten der Greifswalder Experten um Prof. Günter Köhler bei diesen äußerst seltenen, aber extrem bösartigen Krebserkrankungen der Frau an.

„Die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich haben das Greifswalder Kompetenzzentrum zu einem international gefragten Ansprechpartner gemacht“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums und Direktor der Frauenklinik, Prof. Marek Zygmunt. „Diese seltene Krebserkrankung muss wegen ihrer Gefährlichkeit besonders schnell erkannt und weiter erforscht werden, damit wir die Heilungschancen für die Frauen verbessern können.“

„Sarkome und Mischtumore in der Gebärmutter treten nicht häufig auf, sind aber enorm aggressiv und wuchern unglaublich rasant. Die Sterblichkeit ist sehr hoch“, erläuterte der Stellvertretende Direktor der Frauenklinik und Sprecher des Kompetenzzentrums, Prof. Günter Köhler (Foto). Man rechnet mit etwa zwei Fällen auf 10.000 Frauen pro Jahr, das entspricht etwa 2.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland. Herkömmliche Maßnahmen wie Bestrahlungen oder Chemotherapien schlagen in der Regel nicht an. Vor diesem Hintergrund hängt die Überlebungschance der betroffenen Frauen von einer frühzeitigen Diagnostik ab. „Genau da liegt die Crux“, so Köhler. „Wegen der geringen Verbreitung dieser Tumorgruppe existieren nur wenige aussagekräftige Studien, kaum bekannte Abgrenzungsmerkmale und keine Leitlinien.

Das erste und bislang auch einzige wissenschaftliche Fachbuch* zu diesen Tumoren im deutsch- und fremdsprachigen Raum ist Ende 2009 aus der Arbeitsgruppe der Frauenklinik und des Pathologischen Instituts des Universitätsklinikums Greifswald erschienen. Dieses soll klinisch und ambulant tätigen Gynäkologen und Onkologen als Leitfaden zur Behandlung dienen.

Das Greifswalder Team arbeitet bereits an einer umfassenden Erweiterung der bislang einzigen Fachliteratur, die dann auch Körperregionen wie die Brust und das Becken mit einbezieht. Darüber hinaus sind die Greifswalder Sarkomspezialisten in Kooperation mit Medizinischen Fachgesellschaften für die ärztliche Weiterbildung in Deutschland sowie für die Begutachtung und Beratung von derartigen Fällen verantwortlich. „Unser Ziel ist es, zu einer besseren Früherkennung und einer möglichst optimalen Therapie beizutragen, um die Überlebenschancen auch bei den wenigen betroffenen Frauen zu erhöhen“, unterstrich Köhler.

*Günter Köhler und Matthias Evert: „Uterine Sarkome und Mischtumoren - Handbuch und Atlas zur Diagnostik und Therapie“ De Gruyter, Berlin – New York 2009, ISBN 978-3-11-021380-5

http://www.degruyter.com/cont/fb/me/detail.cfm?id=IS-9783110213805-1

Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-65 00
E frauenklinik@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

Weitere Berichte zu: Diagnostik Frauenklinik Krebserkrankung Mischtumore Sarkome

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie