Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gezieltes Bewegungstraining verbessert Demenz

12.11.2010
Immer mehr Menschen sind von Demenz betroffen, sei es direkt oder als Familienangehörige. Zwar gelten demenzielle Erkrankungen derzeit als nicht heilbar, es gibt aber dennoch Ansätze und Wege, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und den Alltag der Betroffenen zu erleichtern. Die Baden-Württemberg Stiftung stellte nun im Rahmen der Veranstaltung „Demenz: Krankheit und gesellschaftliche Herausforderung“ Möglichkeiten der Therapie und den aktuellen Stand der Wissenschaft vor.

10 Prozent der älteren Menschen leiden an Demenz. Daher rücken von Seiten der Wissenschaft wie auch von Förderorganisationen Forschungsfragen zur Altersdemenz verstärkt in den Fokus.

Auch wenn diese Krankheit nicht heilbar ist, ist ein klarer Aufschwung bei der Entwicklung von Alzheimer-Therapien erkennbar: Medikamentöse Ansätze werden weiter erforscht und auch alternative Therapien rücken zunehmend ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses.

Baden-Württemberg Stiftung fördert Bewegungstraining

Ein Projekt der Baden-Württemberg Stiftung erforschte den Einsatz eines spezifischen Bewegungstrainings für Demenzkranke und erzielte hierzu interessante Forschungsergebnisse. Es lieferte erstmals wissenschaftlich abgesicherte Belege dafür, dass mit einem gezielten Bewegungstraining eine Verbesserung von demenz-spezifischen Defiziten erreicht werden kann. Ein Folgeprojekt der Baden-Württemberg Stiftung erprobt und entwickelt derzeit spezifische Angebote für demenziell erkrankte Menschen, deren Angehörige und Pflegepersonal.

„Demenz ist ein mit vielen Ängsten besetztes Thema. Je mehr jedoch der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zunimmt, umso wichtiger wird es, neue Möglichkeiten der Therapie zu finden“, erklärte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Deshalb finden wir es so wichtig, diesen Bereich gezielt zu unterstützen“.

Auch neue Technologien können den Alltag von und mit Demenzkranken erheblich erleichtern. „Ambient Assisted Living (AAL)“ – so lautet die gängige Bezeichnung für neuartige Assistenzsysteme, die ein möglichst unabhängiges Leben im Alter zum Ziel haben. Der Einsatz von Technik kann dabei deutlich die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Pflegepersonen verbessern.

Birgid Eberhardt vom VDE Frankfurt beleuchtete die Möglichkeiten der modernen Technik und wie sich dadurch der Alltag von Demenzkranken erleichtern lässt. Dazu gehören beispielsweise Sensormatten, die Stürze erfassen können. Durch zum Teil einfache, technische Maßnahmen kann das Leben von Demenzkranken zuhause sicherer gemacht und der Zeitpunkt des Umzugs in ein Pflegeheim hinaus gezögert werden. Prof. Dr. Lutz Frölich von Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim präsentierte die derzeitigen medizinischen Wege in der Behandlung der Alzheimer-Krankheit und den aktuellen Stand der Wissenschaft. So konnten bereits große Fortschritte bei der Frühdiagnostik erzielt werden. Die medikamentöse Behandlung konzentriert sich derzeit auf die Modifikation des Krankheitsverlaufs. Auch die Durchführung weiterer, klinischer Studien zum Einsatz von Antidementiva ist von großer Bedeutung.

Stiftungskurzprofil:
Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Julia Kovar | idw
Weitere Informationen:
http://www.bwstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie