Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ist Gesichtsblindheit zugleich Körperblindheit?

02.03.2012
Betrifft die Gesichtsblindheit nur das (Nicht-)Wiedererkennen von Gesichtern oder ist der gesamte Körper davon betroffen?

Um dieser Frage nachgehen zu können, suchen Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum Probanden im Alter zwischen 20 und 45 Jahren, die nicht an einer Gesichtsblindheit leiden. Interessierte können sich ab sofort bei der Studienleiterin Dr. Denise Soria Bauser unverbindlich melden. Die Untersuchung dauert zwei Stunden; alle Teilnehmer erhalten eine finanzielle Aufwandentschädigung.

Vergleichbar mit Farbenblindheit

Die meisten Menschen haben noch nie darüber nachgedacht, wie wichtig es ist, andere Menschen zu erkennen. Intuitiv nutzen wir für diese Fähigkeit das Gesicht einer Person. Die Unfähigkeit, bekannte Personen anhand des Gesichtes zu erkennen, nennt man Prosopagnosie (Gesichtsblindheit). Die Schwierigkeit, bekannte Gesichter zu erkennen, ist vergleichbar mit Farbenblindheit. Menschen, die farbenblind sind, können farbige Objekte sehen, sie können allerdings die Farben nicht differenzieren. Bis jetzt sind nur wenige Fälle von Gesichtsblindheit beschrieben worden und das Wissen über die zugrundeliegenden Mechanismen ist gering.

Des Weiteren ist bislang nicht untersucht worden, ob Prosopagnostiker ähnliche Schwierigkeiten damit haben, den gesamten Körper anderer Personen zu erkennen. Erste Befunde deuten darauf hin, dass Personen mit Gesichtsblindheit auch Schwierigkeiten damit haben, Personen anhand des gesamten Körpers wiederzuerkennen. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Mechanismen, die dem Gesichter-Verarbeitungsdefizit und möglicherweise auch Körper-Verarbeitungsdefizit zu Grunde liegen, genauer zu verstehen. Dazu führen die Probanden eine einfache Aufgabe am Computer durch; gleichzeitig leiten die Bochumer Forscher ein EEG ab.

EEG-Messungen sind schmerzfrei und nicht-invasiv und erlauben den Psychologen, Hirnaktivitäten abzuleiten, um genauer zu verstehen, wann im Gehirn bestimmte Verarbeitungsprozesse ablaufen.

Weitere Informationen
Dr. Denise Soria Bauser, Institut für Kognitive Neurowissenschaften, Abteilung Neuropsychologie der der Ruhr Universität, GAFO 05/606, Tel. 0234 3223574, E-Mail: denise.soria-bauser@rub.de

Redaktion: Arne Dessaul

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften