Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gentherapie lässt Mäuse wieder riechen

03.09.2012
Virus transportiert funktionierendes Gen in den Körper

Gentherapie hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung der University of Michigan eingesetzt, um den Geruchssinn bei Mäusen wiederherzustellen, die ohne ihn auf die Welt gekommen waren, berichtet die BBC. Die Tiere litten unter einer genetischen Erkrankung, die die Flimmerhärchen beeinträchtigt. Diese mikroskopisch kleinen Härchen ermöglichen das Erkennen von Chemikalien in der Luft.

Flimmerhärchen wichtig

Die Forscher hoffen in einem Bericht der Nature Medicine http://nature.com/nm , dass ihre Forschungsergebnisse eines Tages einen neuen Behandlungsansatz bei Erkrankungen ermöglichen, die die Flimmerhärchen betreffen. Die Folge derartiger Erkrankungen können Erblinden, Taubheit und Nierenerkrankungen sein.

Viele Zellen des menschlichen Körpers verfügen über Flimmerhärchen. Eine Reihe von genetischen Erkrankungen, sogenannte Ziliopathien, führen zu Beschädigungen der winzigen Härchen. Die Folgen können tödlich sein oder zu schweren Beeinträchtigungen führen. Ein Symptom kann ein Leben ohne Geruchsinn sein. Verantwortlich dafür ist eine angeborene Anosmie.

Breites Anwendungspotenzial

Die Experten konzentrierten sich in ihrer Studie auf Mäuse, die über eine Mutation des Gens Ift88 verfügten. Die Folge dieser Mutation waren Probleme bei der Bildung der Flimmerhärchen und das Fehlen des Geruchssinns. Ein neu erschaffener Virus war in der Lage, die Zellen mit einer funktionierenden Version des Gens Ift88 zu infizieren. Das Virus wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen in die Nase injiziert.

So gelang es die Flimmerhärchen und damit auch den Geruchssinn wiederherzustellen. Philip Beales vom University College London http://ucl.ac.uk , einer der Autoren der Studie, sieht es als erwiesen an, dass dieses Gen wieder in Zellen eingebracht werden kann, wodurch in der Folge das richtige Protein produziert wird. Somit könnten wieder Flimmerhärchen entstehen, die auch wie erwartet funktionieren.

Laut Beales waren die Mäuse wieder in der Lage, ihren Geruchssinn bei der Suche nach Futter einzusetzen. Die Mediziner hoffen nun, dass ein ähnlicher Ansatz auch bei anderen Symptomen der Krankheiten eingesetzt werden kann. Laut James Battey, Direktor des US National Institute on Deafness and Other Communications Disorders http://www.nidcd.nih.gov , das die Studie teilweise finanziert hat, erklärte, könnten diese Ergebnisse zu einer der ersten therapeutischen Optionen für die Behandlung von Menschen mit einer angeborenen Anosmie führen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu

Weitere Berichte zu: Anosmie Flimmerhärchen Gentherapie Geruchssinn Härchen Mutation Mäuse Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie