Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gentherapie: Erste Tests mit Herz-heilendem Virus

30.04.2013
Gezielte Behandlung des Herzmuskels soll Leistungsfähigkeit steigern

Britische Patienten haben sich für einen Test angemeldet, bei dem überprüft werden soll, ob ein gentechnisch verändertes Virus für die Heilung ihrer kranken Herzen eingesetzt werden kann. Wissenschaftler des Imperial College London werden ein Virus nutzen, um genetisches Material in den Herzmuskel zu transportieren und wollen damit die Verschlechterung des Organzustands wieder rückgängig machen.

Großes medizinisches Potenzial

Laut der British Heart Foundation verfügt der aktuelle Ansatz über ein großes Potenzial. Es sei jedoch notwendig, seine Sicherheit in klinischen Tests nachzuweisen. Mehr als 750.000 Menschen erleiden allein in Großbritannien ein Herzversagen. Manche der Patienten sind danach so schwach, dass sie nicht einmal mehr eine Treppe hinaufsteigen können.

Es hat große Fortschritte bei der Versorgung nach einem Herzanfall gegeben. Die Folge ist, dass immer mehr Menschen mit einem Herzversagen leben. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Werte des Proteins SERCA2a bei Patienten mit einem Herzversagen niedriger waren. Sie entwickelten ein gentechnisch verändertes Virus, der das Herz infizieren und dort mehr von diesem Protein herstellen soll.

Das Virus wird in den geschädigten Herzmuskel der Patienten über ein Röhrchen abgegeben, das in das Bein eingeführt und durch die Blutgefäße nach oben gegeben wird. Laut Wissenschaftler Sian Harding bringt dieses Verfahren das geschädigte Herz wieder an den Punkt zurück, an dem es den Patienten wie nach der ersten Schädigung noch ziemlich gut gegangen ist. Die Lebensqualität verbessert sich.

Molekulare Veränderungen als Ziel

Alexander Lyon vom Royal Brompton Hospital http://rbht.nhs.uk , einer der mit seinen Patienten teilnehmenden Mediziner, hat erklärt, dass es sich dabei um die allererste Gentherapie bei Herzversagen handelt. "Unser Ziel ist es, gegen das Versagen des Herzens anzukämpfen, in dem wir auf einige der entscheidenden Veränderungen im molekularen Bereich abzielen und sie wieder rückgängig machen." Laut Peter Weissberg, dem Direktor der British Heart Foundation http://bhf.org.uk , können Medikamente derzeit eine Erleichterung bringen.

Es gibt jedoch keine Möglichkeit, die Herzfunktion nach einem Versagen wirklich wieder herzustellen. "Die Gentherapie zielt auf die Verbesserung der Funktion schwacher Herzmuskelzellen ab. Unser Mending Broken Hearts Appeal http://bit.ly/UJCWTs zielt auf eine Möglichkeit ab, abgestorbene Herzmuskelzellen nach einem Herzanfall zu ersetzen. Beide Ansätze verfügen über ein großes Zukunftspotenzial."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.imperial.ac.uk
http://www.bhf.org.uk

Weitere Berichte zu: Gates Foundation Gentherapie Herzanfall Herzmuskel Herzversagen Potenzial Protein Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Preiswerte Katalysatoren finden und verstehen: Auf das Eisen kommt es an

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten

24.03.2017 | Medizintechnik

Innovationslabor für neue Wege in die digitale Zukunft

24.03.2017 | Förderungen Preise