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Gencode von Haut- und Lungenkrebs geknackt

17.12.2009
Erkenntnisse sollen Behandlungsmöglichkeiten revolutionieren

Wissenschaftler des Wellcome Trust haben den gesamten genetischen Code von zwei der häufigsten Krebsarten - Haut- und Lungenkrebs - entschlüsselt. Ein Erfolg, der laut dem Team um Michael Stratton die Behandlungsmöglichkeiten revolutionieren könnte. Nicht nur sollen jetzt Bluttests zur früheren Erkennung von Tumoren möglich werden, sondern auch neue Ziele für Medikamente.

Das International Cancer Genome Consortium arbeitet derzeit weltweit an der Katalogisierung aller Gene, die bei vielen Arten von Krebs beim Menschen fehlerhaft sein können. Details der aktuellen Untersuchung wurden in Nature veröffentlicht. Die zehn am International Cancer Genome Consortium beteiligten Länder haben sich die Forschungsarbeit aufgeteilt.

Riesenaufgabe dauert mindestens fünf Jahre

Großbritannien konzentriert sich auf Brustkrebs, Japan auf Leberkrebs und Indien auf Mundkrebs. China hat den Magenkrebs übernommen und in Amerika werden Krebserkrankungen des Gehirns, der Eierstöcke und der Bauchspeicheldrüse erforscht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es mindestens fünf Jahre dauern wird, bis sie diese Riesenaufgabe gelöst haben werden. Die dafür erforderlichen Mittel werden sich in einem Bereich von vielen Hunderttausend Dollar bewegen, heißt es bei der BBC. Ist es dann geschafft, sollen die Patienten entscheidend davon profitieren.

Stratton, der das britische Forschungsteam leitet, betont, dass diese Kataloge, die Sichtweise der einzelnen Arten von Krebs verändern werden. Die Wissenschaftler können sich vorstellen, dass eines Tages nach der Entfernung eines Tumors seine Katalogisierung Routine werden wird. Es könnte sogar möglich werden, Bluttests für gesunde Menschen zu entwickeln, die nach den für Krebs charakteristischen DNA-Mustern suchen.

Zehntausende Fehler durch Sonne und Zigarettenrauch

Während der Untersuchungen zeigte sich, dass der DNA-Code für Hautkrebs, konkret für Melanome, mehr als 30.000 Fehler enthielt, die zum Großteil durch zu viel Sonne ausgelöst wurden. Der Code für Lungenkrebs wies mehr als 23.000 Fehler auf, die zum Großteil durch den Kontakt mit Zigarettenrauch verursacht werden. Davon ausgehend nehmen die Wissenschaftler an, dass ein typischer Raucher pro 15 Zigaretten eine neue genetische Mutation erwirbt.

Obwohl viele dieser Mutationen harmlos sind, können manche eine Krebserkrankung auslösen. Durch die genaue Analyse der Krebs-Kataloge sollte es möglich werden, genau herauszufinden, welche Faktoren - seien es Lebensstil oder Umwelt - für die Entstehung von verschiedenen Arten von Tumoren verantwortlich sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wellcome.ac.uk
http://www.icgc.org
http://www.nature.com

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