Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen gibt Hinweis auf Krebsrisiko

20.04.2011
Einem internationalen Forschungsnetzwerk ist unter maßgeblicher Beteiligung der Frauenklinik (Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) und des Humangenetischen Instituts (Direktor: Prof. Dr. André Reis) des Universitätsklinikums Erlangen eine wichtige Entdeckung gelungen: Die Wissenschaftler identifizierten ein Gen, das Aufschluss über das Erkrankungsrisiko für Gebärmutterschleimhautkrebs gibt.

„Das ist Forschung, von der wir hoffen, dass sie uns bald dabei helfen wird, Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Risiko für diese sowie andere Krebserkrankungen zu erkennen und gegebenenfalls präventive Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Prof. Beckmann.

Gebärmutterschleimhautkrebs ist der häufigste bösartige Unterleibstumor bei Frauen und wird in Deutschland jährlich bei etwa 10.000 Patientinnen diagnostiziert. Bisher gibt es für diese Krebserkrankung keine etablierte Früherkennungsmethode; lediglich Übergewicht konnte als Risikofaktor ausgemacht werden. Die neuen Erkenntnisse, mit denen sich Risikogruppen sicher definieren lassen könnten, sind deshalb für die Krebsprävention von großem Interesse.

In der Region um das Gen HNF1B bestimmten die Wissenschaftler Varianten, die mit einem um 15 – 18 % niedrigerem Erkrankungsrisiko für Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) verbunden sind. Diese Genvarianten wurden in der Vergangenheit bereits mit einem verminderten Prostatakarzinomrisiko und einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 assoziiert. „Solche Erkenntnisse geben uns detailliertere Einblicke in die Entstehung unterschiedlichster Krankheiten, sodass diese unter Umständen in Zukunft komplett vermieden werden können“, sagte Prof. Beckmann. „Weltweit wurden in den vergangenen sechs Jahren über 500 derartiger Funde getätigt. In einigen Fällen entwickelt man auf Grundlage dieser erfolgreichen Forschungsarbeiten bereits Medikamente.“

Erlanger Spezialisten für Krebsrisikogene
Das internationale Forschungsnetzwerk veröffentlichte seine neuen Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Genetics“. Unter den beteiligten Einrichtungen aus Australien, Belgien, China, Großbritannien, Norwegen, Schweden und der Schweiz waren die Erlanger Wissenschaftler die einzigen Deutschen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Peter A. Fasching, der seit vergangenem Jahr die Professur für Translationale Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Frauenklinik des Uni-Klinikums Erlangen innehat, setzt durch ihre Mitarbeit an diesem internationalen Projekt ihre Forschung zur Entdeckung von Krebsrisikogenen fort. Bereits 2009 und 2010 konnte das Team in vergleichbaren Kollaborationen Risikogene für die Entstehung von Eierstockkrebs beschreiben und ebenfalls in „Natur Genetics“ vorstellen. „Mit diesen Entdeckungen hat jetzt, zehn Jahre nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms, eine neue wissenschaftliche Ära der gezielten Vorbeugung und Therapie von derartigen Krebserkrankungen begonnen“, betonte Prof. Fasching.

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit 29.000 Studierenden, 590 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Mehr Informationen:
Prof. Dr. Matthias W. Beckmann
Tel.: 09131/85-33451
fk-direktion@uk-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?
15.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik