Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam gegen Alzheimer, Parkinson und Demenz

10.12.2012
Zwei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft bündeln ihre Kräfte für die Gesundheitsforschung: Wie schützt sich das Gehirn vor Krankheitserregern? Können Infektionen eine Alzheimer-Erkrankung begünstigen? Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig wollen solche Fragen in den nächsten Jahren gemeinsam bearbeiten. Die fachübergreifende Kooperation wird mit rund 600.000 Euro gefördert. Die Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über Demenzen und andere Hirnerkrankungen.

Gemeinsame Pressemitteilung des DZNE und des HZI

„Obwohl es in der Vergangenheit bereits etliche Untersuchungen gegeben hat, wissen wir bislang nicht, welche Rolle Infektionen für die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen spielen“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand und Vorstandsvorsitzende des DZNE, Prof. Pierluigi Nicotera. „Chronische Entzündungen infolge von Krankheitserregern könnten im Gehirn eine Reihe von Prozessen begünstigen, die letztlich zu neuronalen Schäden führen.“

Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, unterstreicht die Chancen der Zusammenarbeit: „Trotz gemeinsamer Interessen gibt es bislang zu wenig Austausch zwischen Neurobiologen und Infektionsforschern. Das wollen wir ändern“, so Heinz. „Diese Kooperation bietet dafür die besten Voraussetzungen, denn die Expertise und Methodik der beiden Helmholtz-Zentren ergänzen sich optimal. Diese Synergie wollen wir nutzen, und eine derartige Vernetzung entspricht ganz der Philosophie der Helmholtz-Gemeinschaft.“

Gemeinsame Projekte

In den nächsten drei Jahren finanzieren die Helmholtz-Zentren zwei Kooperationsprojekte mit jeweils rund 300.000 Euro. Die Laborstudien sollen Aufschluss über grundlegende Fragen der Infektions- und Neurobiologie geben.

Eines der Forschungsvorhaben wird der Vermutung nachgehen, dass wiederholte Infektionen neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere die Alzheimer-Krankheit, begünstigen können. Dabei kooperieren Prof. Michael Heneka vom DZNE und Prof. Martin Korte vom HZI. Das zweite Projekt widmet sich der Rolle bestimmter Hirnzellen, sogenannter Astrozyten, bei der Abwehr viraler Infektionen. Diese Thematik wird gemeinsam von Prof. Frank Bradke (DZNE), Prof. Ulrich Kalinke (HZI) und Prof. Martin Stangel von der Medizinischen Hochschule Hannover bearbeitet.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Sitz der Verwaltung ist Bonn. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen. Website: http://www.dzne.de

Im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Hauptsitz ist Braunschweig, Außenstellen sind in Hannover und Saarbrücken. Website: http://www.helmholtz-hzi.de

Dr. Marcus Neitzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de
http://www.dzne.de
http://www.dzne.de/ueber-uns/presse/meldungen/2012/pressemitteilung-nr-30.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie