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Geheimnis der Nickelallergie gelöst

18.08.2010
Metall imitiert die Aktivitäten von Bakterien

Ein Forscherteam unter der Leitung von Matthias Goebeler von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat das Geheimnis um die Nickelallergie gelöst: Nickel scheint die Aktivitäten von Bakterien zu imitieren und damit eine Immunreaktion auszulösen.

Häufigste Kontaktallergie

Nickelallergien sind die am häufigsten auftretenden Kontaktallergien in der westlichen Welt. Menschen reagieren dabei auf das Metall in Modeschmuck, Münzen und sogar medizinischen Implantaten. Details der Untersuchung wurden in Nature Immunology http://www.nature.com/ni veröffentlicht.

Die Wissenschaftler untersuchten die Zellen der Blutgefäße von Menschen mit einer Nickelallergie. Es zeigte sich, dass diese Zellen auf Nickel reagieren, wenn eine Gruppe von Rezeptoren, die so genannten Toll-Like-Rezeptoren (TLRs), vorhanden sind.

Reaktion des Immunsystems

Als die Gene hinter den elf Arten von TLR deaktiviert wurden, konnte TLR4 als das Ziel des Metalls identifiziert werden. Dabei handelt es sich um das gleiche TLR an das sich die Bakterien anbinden und so eine Reaktion des Immunsystems auslösen.

Bisher ging die Forschung laut Goebeler davon aus, dass dieser Rezeptor nur bei Bakterien eine Rolle spielt. Der Forscher vermutet laut New Scientist, dass andere Allergene genau so arbeiten könnten. Nickel und Bakterien binden sich an verschiedene Teile des Rezeptors an.

Das Blockieren der Anbindungsmöglichkeiten des Metalls könnte daher helfen, allergische Reaktionen zu verhindern und es dem Körper gleichzeitig ermöglichen, mit einer Entzündung auf eine Infektion zu reagieren.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de
http://www.nature.com/ni

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