Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefährliche Lymphknoten bei Darmkrebs zielgenau erkennen - Neues Forschungsprojekt am UK RUB

06.11.2012
Gefährliches Tumorgewebe bei Darmkrebspatienten noch zielsicherer erkennen und entfernen – darum geht es bei einem neuen Forschungsprojekt des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil (Klinikum der RUB).
Das Forscherteam der Abteilung für Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Richard Viebahn nutzt dabei einen speziellen Farbstoff: Damit lassen sich Lymphknoten, die die Bildung von Metastasen oder Tochtergeschwulsten befördern können, während der Operation einfärben, mit einer Spezialkamera sichtbar machen und schließlich zielgenau entfernen. Eine klinische Studie soll nun die Wirksamkeit des neuen Verfahrens klären.

Befallene Lymphknoten verschlechtern die Prognose

Der Dickdarm- beziehungsweise Enddarmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen beim Menschen. Eine besondere Gefahr für den Patienten entsteht dann, wenn die Tumorzellen in andere Organe gelangen und hier Metastasen oder Tochtergeschwulste bilden.
Einer dieser Transportwege für die bösartigen Tumorzellen verläuft über die Lymphknoten: Diese Filterstationen gehören zum Immunsystem, sie finden sich entlang der Blutgefäße und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Lymphknoten, die möglicherweise von Tumorzellen befallen sind, werden üblicherweise bei der Operation von Dick- oder Enddarmtumoren mit erfasst. Dazu werden neben dem befallenen Darm auch die Gefäße, die den Dickdarm versorgen mitsamt dem anhängenden Fettgewerbe entfernt: Denn darin verlaufen die Blutgefäße und Lymphknoten.

Kritische Lymphknoten während der Operation sichtbar machen
„Weil die möglicherweise kritischen Lymphknoten während der Operation kaum zu erkennen sind, suchen wir nach einem Weg, sie für den Chirurgen sichtbar zu machen, damit die Lymphknoten um die Tumorregion herum auch tatsächlich vollständig erfasst werden können“, erläutert Projektleiter Dr. Siegfried Shah, Oberarzt der Abteilung für Viszeralchirurgie. Dazu nutzen die Ärzte einen speziellen Farbstoff: Er wird während der Operation in die Tumorregion eingebracht. Dadurch werden die Lymphstraßen und -knoten sichtbar, wenn sie mit einem speziellen Kamerasystem fokussiert werden. Der Operateur kann die Bilder in Echtzeit auf dem Monitor auswerten und die potenziell befallenen Lymphknoten entfernen. Nach der Entnahme des Tumors können die Ärzte überprüfen, ob alle Lymphknoten erfasst wurden.
Zielgenauer operieren und therapieren

„Mit dem neuen Verfahren könnten Patienten mit Darmkrebs künftig noch zielgenauer operiert werden“, so. Dr. Shah. „Auch die weiteren therapeutischen Maßnahmen ließen sich möglicherweise noch besser planen.“ Sind die entnommenen Lymphknoten nachweislich befallen, so könne im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie durchgeführt werden, die das Risiko einer Rückkehr des Tumors verringere. Das Studienprojekt ist angelegt auf eine Laufzeit von maximal zwei Jahren und wird unterstützt von der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM).

Darmzentrum Ruhr

Die Abteilung für Viszeralchirurgie im Bergmannsheil gehört zum Darmzentrum Ruhr. Die hier verbundenen Kliniken sichern eine optimale, strikt an wissenschaftlichen Leitlinien ausgerichtete Behandlung von Darmkrebspatienten. Als bundesweit erste Einrichtung ihrer Art ist das Darmzentrum Ruhr bereits im Jahr 2006 zertifiziert worden und gilt damit als "Darmzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.". Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.darmzentrum-ruhr.de.

Weitere Informationen

Dr. Siegfried Shah, Oberarzt, Chirurgische Klinik - Abteilung für Viszeralchirurgie, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6493 (Sekretariat), E-Mail: siegfried.shah@bergmannsheil.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie