Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefährliche Komplikationen beim Parkinson-Syndrom früh und einfach erkennen

24.05.2013
Monotone Märchen verraten Schluckstörungen
RUBIN Frühjahr 2013 ist erschienen

Drei von vier Parkinsonpatienten leiden irgendwann an Schluckstörungen, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. Zur Früherkennung sind die vorhandenen Untersuchungsmethoden zu aufwändig. Dr. Wenke Grönheit, Neurologin im RUB-Klinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, erprobt eine einfachere Methode.

Ein akustischer Sprechtest könnte sich als Screening-Methode eignen, um Schluckstörungen früh zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können. Für ihre Untersuchungen lässt sich von Patienten Märchen vorlesen und wertet ihr Sprechen aus. Für ihre Arbeit, über die RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der RUB, in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, erhielt sie den Förderpreis der Sophia & Fritz Heinemann-Stiftung.

RUBIN im Internet

Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie online unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-fruehjahr-13/beitraege/beitrag6.html

Tricks und Training können Komplikationen vermeiden

Schluckstörungen können erst im Verlauf der Parkinson-Erkrankung auftreten, oder auch eines der ersten Symptome sein. Betroffene Patienten sind nicht nur von Mangelernährung bedroht, sondern können durch Verschlucken von Mundinhalt mitsamt Bakterien an Lungenentzündungen erkranken, der häufigsten Todesursache bei Parkinson. Ist die Schluckstörung einmal erkannt, kann man Gegenmaßnahmen ergreifen. Getränke lassen sich z.B. andicken, Speisen pürieren. Manchmal helfen auch schon einfache Tricks wie den Kopf beim Schlucken zur Seite zu drehen. Auch ein bestimmtes Muskeltraining und Medikamente können hilfreich sein.
Enge Verwandtschaft zwischen Schlucken und Sprechen

Bisher konnte man Schluckstörungen nur durch eine endoskopische Untersuchung des Rachens durch die Nase diagnostizieren. Die Ärzte beobachten dabei, ob beim Schlucken Nahrung oder Schleim zurückbleibt. Die Untersuchung ist aber aufwändig, und nicht jeder Neurologe verfügt über die entsprechenden Gerätschaften. Dr. Wenke Grönheit baut auf die enge Verwandtschaft zwischen Schlucken und Sprechen. Da an beiden Vorgängen dieselben Muskelgruppen beteiligt sind, müsste man vom Sprechen Rückschlüsse auf das Schlucken ziehen können, so ihre These.
Sprechtest: Schnelle und einfache Untersuchung in jeder Praxis

Erste Untersuchungen von 300 Parkinsonpatienten in ihrer Dissertation brachten viel versprechende Ergebnisse: Beim Erzählen und Vorlesen fiel auf, dass Patienten nicht nur leiser sprechen als Gesunde, sondern dass auch der Abstand zwischen der höchsten und der tiefsten Silbe bei Parkinsonpatienten kleiner ist. Sie sprechen also monotoner. Auch machen sie längere Sprechpausen. Sollen sie einen Ton lange halten, werden sie immer leiser. „Jetzt geht es uns darum, herauszufinden, ob und wie die Ergebnisse des Sprechtests mit denen der Schluckuntersuchung übereinstimmen“, erklärt sie den nächsten Schritt. Unterstützt durch das Preisgeld des Heinemann-Preises wird sie in den kommenden Monaten 30 Parkinsonpatienten mit beiden Methoden untersuchen und die Ergebnisse gegenüberstellen. Die Sprechuntersuchung ist einfach und ließe sich auch als Screening regelmäßig durchführen, um Schluckstörungen früh zu erkennen und zu behandeln.
Themen in RUBIN

In RUBIN finden Sie außerdem folgende Themen: Memoria Romana - das Gedächtnis des alten Rom erforschen; Ein neues Uhrwerk für die Geologie; Welche Rolle spielen Proteine bei der Krebsentstehung?; Piraten im Mittelmeer: Gefahr von hoher See; Grübeln: Wenn sich die Gedanken im Kreis drehen; Bauchfellkrebs: Mehr Lebensqualität für hoffnungslose Fälle?; Vietnam: Die Bergbaulandschaft neben dem Urlaubsparadies; Mit Argusaugen in der Energieforschung; Organspende: Vertrauen verspielt. RUBIN ist in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung der Ruhr-Universität zum Preis von 4,- Euro erhältlich (Tel. 0234/32-22830).
Weitere Informationen

Dr. Wenke Grönheit, Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 17-19, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-0, wenke.groenheit@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops