Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine gefährliche Kombination

15.02.2012
Virologen der Philipps-Universität sind an einem neuen, europäischen Forschungsverbund beteiligt, der unter dem Namen „Predemics“ die Ausbreitung von Infektionen untersucht, um wirksame Behandlungsansätze und Präventionsstrategien gegen drohende Krankheiten zu entwickeln.
Der Fokus liegt auf dem Studium von viralen Krankheitserregern tierischen Ursprungs, die eine erhebliche Gefahr bergen, auf den Menschen übertragen zu werden. Die Gesamtfördersumme des Vorhabens beträgt 11,7 Millionen Euro für fünf Jahre. An die Marburger Arbeitsgruppe von Dr. Mikhail Matrosovich fließen 400.000 Euro.

„Angesichts einer Reihe von Epidemien wie SARS oder Vogelgrippe, die sich innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahre ausgebreitet haben, stehen die Gesundheitsbehörden vor der Aufgabe, den Ausbruch neuer Infektionskrankheiten zu verhindern“, begründet das federführende „Institut Pasteur“ die Ausrichtung des Verbunds. Um möglichst frühzeitig agieren zu können, sei es erforderlich, die Ursachen der Verbreitung solcher Krankheiten zu kennen.
Der Forschungsverbund nimmt sich daher eine repräsentative Auswahl von vier Virustypen vor, die das Potenzial besitzen, die Artbarriere zwischen Tier und Mensch zu überspringen: das Grippevirus, den Gelbsuchterreger Hepatitis E, Flaviviren wie den Erreger der Japanischen Gehirnentzündung sowie Lyssaviren, insbesondere Tollwuterreger.

Vorrangiges Ziel der beteiligten Forschergruppen ist es, die komplexen Mechanismen aufzuklären, auf denen die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und dessen Wirtsorganismus beruhen. Weitere Teilprojekte widmen sich außerdem der Frage, wie sich Viren an neue Wirte anpassen und wie deren Immunsystem reagiert. Der Verbund vereint zu diesem Zweck Spezialisten aus 17 europäischen Forschungsinstitutionen, unter ihnen das Institut für Virologie der Philipps-Universität. Weitere Partner sind zum Beispiel das Imperial College, die University of Edinburgh sowie die Max-Planck-Gesellschaft.

„Unser Teilprojekt befasst sich mit Faktoren, durch die Influenzaviren in die Lage versetzt werden, die Artbarriere zu überspringen und sich an den menschlichen Organismus anzupassen, wodurch eine neue Grippepandemie ausgelöst werden könnte“, erläutert Mikhail Matrosovich, der das Marburger Teilprojekt leitet. Im Zentrum dieses Vorhabens stehen Mechanismen, die es Oberflächenproteinen des Virus’ erlauben, sich an die Rezeptoren menschlicher Zellen anzupassen.
Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Mikhail Matrosovich,
Institut für Virologie
Tel.: 06421 28-65166
E-Mail: M.Matrosovich@gmail.com
AG Matrosovich im Internet:
http://www.uni-marburg.de/fb20/virologie/forschung/matrosovichfold
„Predemics“-Homepage:
http://predemics.biomedtrain.eu/cms/

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften