Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gedächtnistests im Weltraum - Universität Basel an ISS-Raumfahrtprojekt beteiligt

17.08.2010
Ein internationales Forscherteam wird in den kommenden Jahren die gesundheitlichen Folgen von längeren Weltraumaufenthalten auf der Raumstation ISS untersuchen. Die Universität Basel ist mit einem Projekt des Neurowissenschaftlers Prof. Dominique de Quervain mit an Bord. Er erforscht die Auswirkungen von Stressfaktoren im All auf das Gedächtnis.

Längere Weltraumaufenthalte bedeuten für die Astronauten eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Zu den bekannten Stressfaktoren gehören unter anderem Schwerelosigkeit, erhöhte Radioaktivität, Sauerstoffarmut und eine grosse psychologische Belastung.

Um die gesundheitlichen Folgen dieser Stressfaktoren besser zu verstehen, fördert die Europäische Weltraumorganisation (ESA) innovative Forschung auf diesem Gebiet. Im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens, das die European Science Foundation leitete, wurde von der ESA nun ein internationales Projekt ausgewählt, das die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem und das Gehirn von Raumfahrern untersucht.

Für das am ausgewählten Projekt beteiligte Schweizer Forscherteam um Prof. Dominique de Quervain von der Universität Basel steht dabei das Gedächtnis im Zentrum der Untersuchungen. De Quervain beschäftigt sich seit längerem mit Stresseffekten auf das Gehirn und hatte entdeckt, dass das Nebennierenhormon Cortisol für stressbedingtes Vergessen (z.B. in Prüfungssituationen) verantwortlich ist. Mit regelmässigen Gedächtnis- und Blutuntersuchungen auf der ISS und Hirnaktivitätsmessungen des Gehirns vor und nach dem Weltraumaufenthalt werden die Auswirkungen von Stress im All auf die Gedächtnisfunktionen untersucht. Zudem werden die Wechselwirkungen zwischen stressbedingten Veränderungen im Immunsystem und dem Gedächtnis genauer betrachtet.

Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts sind für die Planung längerer Weltraumaufenthalte, wie beispielsweise bei der Marsmission, von grosser Bedeutung. Die Wissenschaftler hoffen zudem, dass die unter den Extrembedingungen des Weltraums gewonnenen Erkenntnisse helfen, stressbedingte Erkrankungen auf der Erde besser zu verstehen und zu behandeln.

Der internationale Verbund besteht aus Forscherteams aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, der Schweiz, Belgien, Österreich, Russland und den USA. Koordinator ist PD Dr. Alexander Choukèr (LMU, München).

Kontakt:
Prof. Dr. med. Dominique J.-F. de Quervain, Universität Basel, Direktor Division of Cognitive Neuroscience, Birmannsgasse 8, 4055 Basel, E-Mail: dominique.dequervain@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | idw
Weitere Informationen:
http://www.nasaimages.org
http://www.unibas.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel

20.02.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz