Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebremste Killer: gegen Krebs chancenlos

26.05.2009
Das menschliche Immunsystem ist prinzipiell dazu in der Lage, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Trotzdem gelingt es Tumoren immer wieder, den körpereigenen Abwehrtruppen zu entkommen.

Ein Forscherteam um Professor Dr. Joachim L. Schultze von der Universität Bonn hat nun neue Erkenntnisse zu diesem Phänomen vorgelegt. Demnach arbeiten bestimmte Killerzellen bei einer Krebserkrankung mit gebremstem Schaum. In ihrer Studie haben die Bonner Forscher mit Wissenschaftlern der Universitäten Frankfurt und Köln kooperiert.

Für die spezifische Zerstörung von Krebszellen sind bestimmte Abwehrtruppen des Immunsystems zuständig, die zytotoxischen T-Zellen. Diese müssen hierfür die Tumorzellen spezifisch erkennen und anschließend "verdauen". "Wir haben in unserer Studie aufgedeckt, warum nicht alle Killerzellen in der Lage sind, Tumorzellen zu zerstören", erklärt Professor Dr. Joachim L. Schultze vom Bonner LIMES-Zentrum (LIMES steht für Life and Medical Sciences).

Mittels moderner immunologischer und molekularbiologischer Methoden konnten die Bonner Forscher diese unwirksamen Abwehrzellen näher charakterisieren. Dabei erkannten sie, dass diese die Tumorzellen zwar erkennen, aber nicht zerstören können. "In ihnen ist ein molekulares Programm angeschaltet, das es ihnen nicht mehr erlaubt, Tumorzellen zu töten", sagt Schultze. "Leider vermehren sich diese gebremsten Killerzellen auch bei Patienten, die mit einem Tumorimpfstoff geimpft wurden. Die Impfung bleibt bei ihnen daher wirkungslos. Patienten, bei denen diese Zellen nicht zu finden waren, scheinen dagegen länger zu überleben und auch besser auf Therapien anzusprechen." Die Bonner Wissenschaftler wollen diese Erkenntnisse nun nutzen, um die Immunantwort bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs zu verbessern.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim L. Schultze
LIMES-Institut der Universität Bonn
Abteilung Genomik und Immunregulation
Telefon: 0228/73-6550
E-Mail: j.schultze@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie