Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühkindliche Ernährung als Risikofaktor für Übergewicht

21.03.2012
Das Klinikum der Universität München koordiniert ein großes internationales Projekt zur Erforschung sehr früher Risikofaktoren für Übergewicht und damit verbundener chronischer Erkrankungen.

Im Rahmen des Projekts "EarlyNutrition" sollen Empfehlungen für eine optimale Ernährung in der Schwangerschaft und Kindheit entwickelt werden, durch die die Gesundheit langfristig positiv beeinflusst werden kann.

Zum Auftakt treffen sich Forscher aus Europa, den USA und Australien vom 21. bis 23. März anlässlich einer Kick-Off-Tagung in München. Das Projekt wird durch die Europäische Kommission für fünf Jahre mit rund neun Millionen Euro gefördert, durch zusätzliche Mittel der australischen Forschungsförderung und privater Förderer wird ein Gesamtbudget von mehr als elf Millionen Euro erreicht.

Das internationale Konsortium setzt sich aus führenden Wissenschaftlern aus dem Gebiet der frühen Ernährung zusammen. Darüber hinaus beteiligen sich klein-und mittelständische Betriebe aus Europa sowie die Nahrungsmittelindustrie. Professor Berthold Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München leitet als Projektkoordinator die internationale Forschungsgruppe.

„Wir untersuchen Risikofaktoren während der Schwangerschaft und der frühen Kindheit, die späteres Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen begünstigen. Den Schwerpunkt legen wir dabei auf Übergewicht, da es hier sehr überzeugende Daten für starke Einflüsse der Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und früher Kindheit auf die spätere Gesundheit gibt“, erläutert Koletzko.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Übergewicht, Adipositas und ihre Folgeerkrankungen schon jetzt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Im Jahr 2010 waren 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig, mit weiter stark steigender Tendenz. Fettleibigkeit im Kindesalter erhöht erheblich das Risiko für spätere chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Die Häufigkeit von Fettleibigkeit in der Bevölkerung insgesamt und besonders bei Kindern hat in den letzten drei Jahrzehnten weltweit rasant zugenommen. Diese globale Epidemie verursacht ernste Belastungen für die Betroffenen und ihre Familien, sowie erhebliche Kosten im Gesundheitswesen. Deshalb ist es dringend notwendig, effektive Strategien für eine wirksame Prävention zu entwickeln und anzuwenden“, mahnt Koletzko.

Diesem Ziel sind die Wissenschaftler durch das kürzlich abgeschlossene „Early Nutrition Programming Project“ (EARNEST) nähergekommen. Sie konnten bestätigten, dass frühkindliche Ernährung und Lebensführung starke, längerfristig prägende Auswirkungen auf spätere Gesundheit und Krankheitsrisiko ausüben. In ihrem neuen Projekt „EarlyNutrition“ („Long-term effects of early nutrition on later health“) untersuchen die Forscher nun die Mechanismen frühkindlicher Prägung auf Übergewicht sowie die Chancen für gezielte Interventionen. Insbesondere soll erfasst werden, welche Art der Ernährung vor und nach der Geburt einen wirksamen Beitrag zur Vorbeugung späteren Übergewichts leisten kann. Mithilfe dieser Daten sollen Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Lebensweise entworfen werden - diese könnten beispielsweise bei der Auswahl von Lebensmitteln helfen und auch zu verbesserten Produkten führen.

Ansprechpartner:
Dr. Brigitte Brands
Dr. von Haunersches Kinderspital
Abteilung Stoffwechsel und Ernährung
Tel.: 089 / 5160 – 2816
E-Mail: earlynutrition@med.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie