Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frauen nehmen Gerüche anders wahr als Männer

28.09.2010
Körpergerüche beeinflussen das Denken, Fühlen und Handeln von Personen. Jeder Mensch produziert auf seiner Haut spezielle Botenstoffe. Diese sogenannten Pheromone können Untersuchungen zufolge bestimmte Gefühle wie etwa Angst oder Unruhe hervorrufen.

Nun zeigt eine Studie der Universitätsklinika Aachen und München, dass manche Körpergerüche auf Frauen völlig anders wirken als auf Männer. Welche Rolle der Geruchssinn für die menschliche Kommunikation spielt, erläutern Experten am 7. Oktober 2010 auf einer Pressekonferenz anlässlich der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) in Köln.

Der Geruchssinn ist der älteste der menschlichen Sinne. Doch erst seit einigen Jahren entschlüsseln Forscher, wie die sogenannte olfaktorische Wahrnehmung funktioniert. „Der Geruchssinn ist der einzige Sinn, mit dem der Mensch Reize unbewusst wahrnehmen kann, sogar während des Schlafes“, erläutert Professor Dr. med. Martin Wiesmann, Direktor der Klinik für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Aachen, im Vorfeld von neuroRAD, der 45. DGNR-Jahrestagung. „Düfte aktivieren nicht nur jene Hirnregionen, mit denen wir Gerüche voneinander unterscheiden. Die Reize werden darüber hinaus direkt in Areale geleitet, die eng mit dem Gedächtnis und der Verarbeitung von Gefühlen zusammenhängen.“

Schon lange wissen Forscher, dass viele Tiere Geruchsstoffe produzieren, um Partner anzulocken oder Artgenossen vor Gefahren zu warnen. Dass auch der Mensch solche Pheromone auf der Haut bildet, ist dagegen eine noch eher junge Erkenntnis. Wie der Körpergeruch von Menschen, die große Angst haben, andere Personen beeinflusst, prüften Wissenschaftler um Wiesmann mit einer besonderen Form der Magnetresonanztomographie (MRT), der sogenannten funktionellen MRT (fMRT). „Derartige Geruchsproben aktivieren bei den Versuchsteilnehmern genau jene Hirnregionen, die an der Entstehung von Angst beteiligt sind“, erläutert der Neuroradiologe. „Probanden, die Angstschweiß anderer Menschen riechen, fühlen sich ängstlicher und verhalten sich vorsichtiger – allerdings ohne zu wissen warum.“

In einer weiteren Studie untersuchte Wiesmann die Wirkung von Gerüchen auf Männer und Frauen. Beide Geschlechter reagieren auf Angstschweiß anders als auf den normalen Duft des Körpers. Aber männlicher Körpergeruch hatte auf Männer und Frauen einen entgegengesetzten Effekt: In niedriger Konzentration wirkte er auf andere Männer alarmierend. Auf Frauen übte der gleiche Duft dagegen einen beruhigenden Einfluss aus.

Welche Botschaften durch Körpergerüche übertragen werden, und warum beide Geschlechter darauf unterschiedlich reagieren, erläutert Professor Wiesmann im Rahmen einer Pressekonferenz auf der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) am 7. Oktober 2010 um 11.45 Uhr im Gürzenich Köln.

Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
Donnerstag, 7. Oktober 2010, 11.45 bis 12.45 Uhr
Gürzenich Köln, Konferenzraum 3, Martinstraße 29-37, 50667 Köln
Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.neurorad.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie