Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher schlagen Alarm: Cannabis macht süchtig

03.09.2014

Entzugssymptome bei Jugendlichen sind Abhängigkeitsindikator

Cannabis, auch als Marihuana bekannt, gilt zwar verbreitet als nicht süchtig machend, doch eine Studie des Massachusetts General Hospital (MGH) http://massgeneral.org stellt das infrage.

Denn von 90 jugendlichen Cannabis-Nutzern, die wegen Drogenproblemen ambulant behandelt werden, haben 40 Prozent von Entzugserscheinungen berichtet. Klinische Kriterien einer Abhängigkeit waren sogar bei mehr als doppelt so vielen zu beobachten. Den Forschern zufolge ist es angesichts einer steigenden Akzeptanz von Marihuana in den USA wichtig, tatsächliche Risiken zu verstehen, um Missbrauchsproblemen vorzubeugen.

Legalisierung senkt Hemmschwelle

Zwar ist Marihuana-Konsum in den USA nach Bundesgesetz immer noch eine Straftat, doch immer mehr Staaten geben die medizinische Nutzung frei - und einige, wie Colorado, haben Cannabis auch für die breite Öffentlichkeit legalisiert. Daher sehen immer weniger Menschen ein Suchtrisiko, warnt John Kelly, Psychologe am MGH.

"Dabei zeigt die Forschung, dass Cannabis-Nutzung ernsthafte Auswirkungen haben kann und wir wissen, dass es in Sachen Missbrauchsraten bei Jugendlichen nur von Alkohol übertrumpft wird", unterstreicht Kelly. Die aktuelle Erhebung an Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren scheint potenziell hohe Risiken zu bestätigen.

Entzugssymptome verbreitet

Die aktuelle Studie hat die Entwicklung von 127 ambulanten Suchtpatienten, von denen 90 nach eigenen Angaben bevorzugt zu Marihuana greifen, über ein Jahr verfolgt. Dabei wurden die Jugendlichen unter anderem zu Entzugserscheinungen wie Angstzuständen, Reizbarkeit, Depression und Schlafproblemen befragt.

Alle 36 Teilnehmer, die von solchen Symptomen berichtet haben, erfüllten der im Journal of Addiction Medicine veröffentlichten Arbeit zufolge auch klinische Kriterien einer Abhängigkeit. Zudem haben sie intensiver die Droge genutzt und eher negative Auswirkungen wie affektive Störungen gezeigt.

Abhängigkeit klinisch belegt

Wenngleich noch 40 weitere Studienteilnehmer klinische Anzeichen einer Abhängigkeit gezeigt haben, erscheinen Entzugssymptome somit als starker Indikator für eine Cannabis-Sucht. Einem Therapieerfolg steht das aber offenbar nicht wirklich im Weg, so das MGH-Team. Dafür haben jene Teilnehmer größere Fortschritte gemacht, die von Beginn an ein Problem mit ihrem Cannabis-Konsum eingeräumt haben.

"Jene, die ein Drogenmissbrauchsproblem zugeben, schreiben Symptome womöglich richtigerweise dem Cannabis-Entzug zu", meint Studien-Koautorin Claire Greene. Das sei ein zusätzlicher Ansporn, das Konsumverhalten langfristig zu ändern.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie