Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Fingerabdruck ökologischer Lebensmittel auf der Spur

25.01.2012
Wissenschaftler aus elf europäischen Ländern wollen Bio-Betrügern in der Nahrungsmittelbranche das Leben schwer machen. Von deutscher Seite ist die Universität Kassel am europaweiten Forschungsprojekt „Authentic Food“ beteiligt.

Groß angelegte Betrügereien mit angeblich ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln machen immer wieder Schlagzeilen. Im vergangenen Dezember deckten die italienischen Ermittlungsbehörden einen groß angelegten Handel mit gefälschten Bioprodukten auf. Rund 17.000 Tonnen konventionell erzeugte Futter- und Lebensmittel sollen als Bioware deklariert und in halb Europa verkauft worden sein.

„Der Anteil ökologischer Lebensmittel am Markt wächst seit Jahren stetig“, erklärt Privatdozent Dr. Johannes Kahl vom Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur der Universität Kassel. Diese Lebensmittel werden oft zu einem höheren Preis angeboten als konventionelle Produkte. Eine Marktsituation, die immer wieder auch Betrüger anlockt.

„Zusätzlich zur eigentlichen Zertifizierung könnten da validierte Methoden beitragen, um ökologische Lebensmittel schnell und sicher als solche erkennen zu können“, sagt Kahl. Das Ziel ist es, dem Konsumenten mehr Sicherheit zu bieten.

Bislang findet die Kontrolle der Ökobranche vor allem über Zertifizierungen statt, das heißt, Nahrungsmittel dürfen als Bioprodukte verkauft werden, wenn der landwirtschaftliche Betrieb als Ökobauernhof anerkannt und entsprechend zertifiziert ist. „Ein Prozess, der sich seit Inkrafttreten der Bio-Verordnung sehr erfolgreich bewährt hat und Bio-Lebensmittel generell sicher macht“, so Kahl. Eine Kontrolle der Lebensmittel selbst findet daher nur in Verdachtsfällen statt.

Die Wissenschaftler wollen im Rahmen von „Authentic Food“ nun eine Vielzahl von analytischen Methoden bewerten und so klären, inwieweit mit diesen Methoden zuverlässige Aussagen über die Produktionsweise der Lebensmittel getroffen werden können. In dem Projekt soll gewissermaßen der spezifische Fingerabdruck ökologischer Lebensmittel gesucht werden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine große Zahl unterschiedlichster Analysemethoden entwickelt. Damit können Wissenschaftler nicht nur feinste Spuren von Pestizidrückständen ermitteln, sondern auch die geografische Herkunft mancher Lebensmittel erkennen.

Ziel der an „Authentic Food“ beteiligten Wissenschaftler ist es nun, die sinnvollste Kombination aus diesen Analysemethoden zu finden, um ebenso rasch wie zuverlässig echte Bioprodukte von Fälschungen unterscheiden zu können: „Zu diesem Zweck arbeiten wir u.a. mit insgesamt fünf Laboren in Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien und Tschechien zusammen.“

„Authentic Food“ wird im Rahmen des Forschungsprojekts CORE Organic II von den verschiedenen Ministerien der beteiligten Länder unterstützt.

Info
Dr. Johannes Kahl
Universität Kassel
FB 11 - Ökologische Agrarwissenschaften
FG Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
Tel.: 05542/98-1715
E-Mail: kahl@uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive