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Dem Fieber auf der Spur: 1,2 Millionen Euro für Entzündungsforschung

13.10.2008
BMBF fördert bundesweites Netzwerk unter Koordination des UKM / Rheuma bei Kindern ist ein Schwerpunkt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit 1,2 Millionen Euro ein bundesweites Forschungsnetzwerk, das entzündliche Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aufklären soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich „Rheumaerkrankungen bei Kindern.“

Koordiniert wird der Forschungsverbund vom Institut für Immunologie und der Kinderklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM). Beteiligt am Verbund sind auch Einrichtungen der Universitätskliniken in München, Heidelberg, Tübingen, Greifswald und Essen.

„Unerwünschte Entzündungsreaktionen spielen in vielen chronischen Erkrankungen wie z. B. der rheumatischen Arthritis oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine entscheidende Rolle und stellen ein wesentliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar“, erklärt Prof. Dr. Johannes Roth, Direktor des Instituts für Immunologie am UKM. Das bekannteste Symptom entzündlicher Prozesse ist das Fieber, das durch molekulare Botenstoffe von Entzündungszellen ausgelöst wird.

Ausgehend von seltenen Erkrankungen des Immunsystems mit zunächst unerklärlichen, immer wiederkehrenden Fieberschüben wollen die insgesamt acht beteiligten Forschergruppen nun die Ursachen von Entzündungsreaktionen in diesen Krankheitsbildern und ihre Bedeutung für Volkskrankheiten, z. B. aus dem rheumatischen Formenkreis, untersuchen. Roth: „Kinder leiden nicht selten an wiederkehrenden, unerklärten Fieberschüben, die die Lebensqualität teilweise erheblich einschränken. Bei einem Teil dieser Kinder mit besonders schweren Verläufen kann man neuerdings eindeutig zugrunde liegende Erkrankungen diagnostizieren, die zur Gruppe der so genannten auto-entzündlichen Syndrome oder zum rheumatischen Formenkreis gehören.“

Durch die Aufklärung molekularer Mechanismen der seltenen, aber schwer verlaufenden entzündlichen Syndrome lassen sich auch neue Erkenntnisse über Entzündungsprozesse bei häufigeren Krankheiten gewinnen. „Obwohl rheumatische Erkrankungen im Kindesalter häufiger auftreten als z. B. der Diabetes mellitus ist diese Tatsache der Bevölkerung kaum bewusst“, betont Roth. In einem bundesweiten zentralen Register sind über 4000 Kinder erfasst, die allein an rheumatischen Gelenkerkrankungen leiden.

Am UKM besteht seit mehr als 15 Jahren ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt auf dem Gebiet rheumatischer Erkrankungen im Kindesalter, der in den letzten acht Jahren mit fünf europäischen Forschungspreisen ausgezeichnet wurde.

Die Koordination des jetzt genehmigten Netzwerkes mit dem Namen „AID-NET“ übernehmen Professor Dr. Johannes Roth (Institut für Immunologie, UKM) und Privatdozent Dr. Dirk Föll (UKM-Kinderklinik). „Dadurch kommt es auch zu einer deutlichen Stärkung des Standortes Münster im Bereich der pädiatrischen Immunologie und Rheumatologie“, betont Roth.

Ziel des Forschungsverbundes ist es, molekulare und biochemische Grundlagenforschung in die klinische Praxis erfolgreich umzusetzen und so neue diagnostische oder therapeutische Ansätze für chronisch-entzündliche Erkrankungen zu entwickeln. So wollen die Wissenschaftler etwa langfristig wirksame Hemmstoffe gegen spezielle Botenmoleküle entwickeln, um dadurch Entzündungsmechanismen gezielt blockieren zu können. Die Förderung durch das BMBF beginnt im März kommenden Jahres und erstreckt sich zunächst über drei Jahre.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

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