Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FAU-Forscher nehmen Alterskrankheit Muskelschwund in den Fokus

21.12.2012
Mit zunehmendem Alter schwinden häufig die Kräfte und der Körper baut Muskelmasse ab.

Was man dagegen tun kann, erforschen jetzt Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Rahmen eines Verbundsprojektes, an dem auch Forscher der Universitäten Würzburg und München beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt „FORMOsA: Muskelschwund (Sarkopenie) und Osteoporose – Folgen eingeschränkter Regeneration im Alter“ mit rund vier Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von der Bayerischen Forschungsstiftung und von Industriepartnern zur Verfügung gestellt werden.

Muskelschwund, die so genannte Sarkopenie, ist neben Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eines der häufigsten Krankheitsbilder im Alter und kann die Eigenständigkeit der Senioren stark einschränken. Mehr als 20 Prozent der Menschen über 65 und mehr als 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen über 80 – weltweit schätzungsweise mehr als 50 Millionen Menschen – sind von Muskelschwund betroffen. Oftmals sind die Patienten auf fremde Hilfe oder sogar intensive Pflege angewiesen. Ursachen der so genannten Sarkopenie sind mangelnde Bewegung und Ernährungsprobleme – die oftmals die Folge anderer Erkrankungen sind –, aber auch genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Oftmals erkranken Patienten später auch an Osteoporose.

Ziel von FORMOsA ist es, Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie von altersbedingtem Muskelschwund zu entwickeln. An der FAU arbeiten Wissenschaftlerteams an drei Schwerpunkten. Forscher um Prof. Dr. Cornel Sieber, Lehrstuhl für Innere Medizin (Geriatrie), und Prof. Dr. Klaus Engelke, Lehrstuhl für Medizinische Physik und Osteoporosezentrum, entwickeln ein Präventions- und Therapieprogramm für übergewichtige ältere Frauen. Diese Patientinnen müssen einerseits schonend Gewicht abnehmen – dafür wollen die Forscher eine spezielle Diät entwickeln. Andererseits dürfen die Frauen keine Muskelmasse abbauen – im Gegenteil: Mit vorsichtigem Training sollen ihre Muskeln angeregt werden.

Hierzu wollen die Wissenschaftler mit Hilfe elektrischer Reize die Muskeln des ganzen Körpers stimulieren. Parallel dazu untersucht die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Cornelius Bollheimer, Institut für Biomedizin des Alterns, auf molekularer Ebene, warum gerade fettreiche Ernährung bzw. Übergewicht dem altersbedingten Muskelschwund besonderen Vorschub leisten.

Im zweiten Projekt am Lehrstuhl für Medizinische Physik werden unter Leitung von Prof. Dr. Harald Quick und Prof. Dr. Klaus Engelke neue bildgebende Methoden und Analysen der Sarkopenie entwickelt. Dabei werden die Muskel- und Fettmasse mit dreidimensionalen Bildgebungsverfahren getrennt bestimmt.

Im dritten Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Georg Schett, Lehrstuhl für Innere Medizin (Rheumatologie und Immunologie), entwickeln die Forscher Möglichkeiten, mit Hilfe der Magnetresonanztomographie Entzündungsherde, die bei Muskelschwundpatienten z.B. an den Händen auftreten, darzustellen. Auf diese Weise können Mediziner gut nachverfolgen, ob die gewählte Therapie tatsächlich anschlägt. Die Erlanger Forscher untersuchen im Rahmen ihres Projekts die Kräftigung der Handmuskulatur durch Vibrationen als Behandlungsmethode. Diese Therapie könnte auch Patienten mit rheumatoider Arthritis helfen und deren Handfunktionen verbessern.

Informationen für die Medien:
Sandra Jeleazcov
Tel.: 09131/85 39109
Mobil: 0179/7016677
sandra.jeleazcov@uk-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie