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Falsches Heizen und Lüften im Winter verursacht Gesundheitsprobleme

02.12.2010
Der Bereich Wohnmedizin des Universitätsklinikums Freiburg warnt vor Schimmelpilzen und Ausdünstungen von Chemikalien in Wohnungen

Gerade im Winter steigt in Wohnungen das Schimmelpilzrisiko enorm an. Schuld daran sind häufig bauliche Mängel. Seltener sind aber auch die Bewohner mit schuld, wenn sich die Schimmelpilze verbreiten.

„Gerade dort, wo die Außenwände schlecht isoliert sind und im Winter besonders stark auskühlen, besteht Gefahr“, sagt Dr. Julia Hurraß, Leiterin der Wohnmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg.

„Die Luftfeuchtigkeit kondensiert auf den Oberflächen, und die Schimmelpilze können sich massenhaft vermehren.“ Oft bilden sich dann hässliche dunkle Flecken oder gar Flächen. Aber es gibt auch viele Fälle von verdecktem, das heißt unsichtbarem Schimmelpilzwachstum. Bemerkbar machen sich die Pilze häufig durch einen muffigen Geruch. Schimmelpilze sind aber nicht nur hässlich oder stören den Geruchsinn: Schimmel gefährdet die Gesundheit.

„Manche Pilzarten sind potente Auslöser von Allergien“, warnt Dr. Hurraß. Nach neueren Erkenntnissen muss bei Wohnverhältnissen mit Feuchte- und Schimmelproblematik neben der Verstärkung von Asthmasymptomen auch mit einer erhöhten Infektanfälligkeit, beispielsweise für Erkältungskrankheiten, gerechnet werden. Gerade im Winter tragen falsches Lüftungsverhalten und übertriebenes Energiesparen dazu bei, dass sich der Schimmel vermehrt.

Viele Menschen drosseln tagsüber die Heizung, um Energie zu sparen, abends werden die Zimmer dann wieder hochgeheizt. Gelüftet wird auch eher selten, man will die Wärme schließlich nicht gleich wieder loswerden. Doch genau das ist falsch. „Durch Atmung, Schwitzen, Kochen und Duschen befindet sich in der Wohnungsluft viel Feuchtigkeit“, erklärt Dr. Julia Hurraß. „Kühlt sich der Raum dann ohne Lüften ab, so schlägt sich die Feuchtigkeit auf die kalten Wände nieder und die Schimmelbildung ist fast vorprogrammiert.“ Die Expertin rät, die Temperatur in allen Räumen möglichst konstant zwischen 19 und maximal 21 Grad zu halten. Fast noch wichtiger ist regelmäßiges und richtiges Lüften. Gerade die sehr trockene Winterluft kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und herausbefördern.

Aber nicht nur Schimmelpilze gefährden jetzt die Gesundheit in den eigenen vier Wänden: „Wenn Räume im Winter stark beheizt und wenig belüftet werden, können Chemikalien verstärkt ausgasen und sich in der Raumluft anreichern“, warnt Dr. Julia Hurraß. Diese können aus neuen Baustoffen, Einrichtungsgegenständen oder aus Renovierungsarbeiten stammen. Im Winter ist zudem die Luftfeuchtigkeit in vielen Innenräumen zu gering. Durch eine hohe Feinstaubbelastung, die es auch verstärkt in den Wintermonaten gibt, können die Schleimhäute von Augen und oberen Atemwegen gereizt werden. Hier hilft es vor allem, genügend zu trinken. Das Verdunsten von Wasser ist kaum wirksam und es erhöht an kalten Oberflächen das Schimmelrisiko.

„Um das Schimmelrisiko und die Schadstoffkonzentrationen zu minimieren, ist es am effektivsten, mehrmals täglich in allen Räumen die Fenster weit zu öffnen und für fünf Minuten stoßzulüften“, rät die Leiterin der Wohnmedizin. Danach müssen die Fenster wieder vollständig geschlossen werden. Die Kaltluft wärmt sich an den warm gebliebenen Oberflächen rasch wieder auf, und unterm Strich geht dabei nur wenig Energie verloren.

Mit der vor zwei Jahren gegründeten Abteilung Wohnmedizin im Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg steht dieser Bereich mit seiner Expertise allen privaten und geschäftlichen Kunden für Beratungen sowie für Messungen und Bewertungen zur Verfügung. „Wir bieten unter anderem eine Beratung von Privatpersonen, Bauherren und Unternehmern zu Fragen einer gesundheitsbezogenen Baustoffauswahl an“, erklärt Dr. Hurraß. „Darüber hinaus erstellen wir Innenraumanalysen von Häusern, Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen bei einem Verdacht auf Schadstoffquellen im Innenraum wie beispielsweise bei Schimmelpilzen.“

Benjamin Waschow | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de/iuk/live/wohnmedizin.html

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