Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachgerechte Ernährung stationär und ambulant durch enterale Trinklösungen notwendiger denn je

09.12.2011
Krankheitsbedingte Mangelernährung mit zielgerichteter Ernährungstherapie nach Leitlinienempfehlung eindämmen

Dass kranke Menschen häufig auch an einer Mangelernährung leiden, zeigen Zahlen aus Krankenhäusern: Etwa jeder 4. Patient ist dort nach Experteneinschätzung mangelernährt oder hat ein relevantes Risiko eine Mangelernährung zu entwickeln.

Ganz unabhängig von einer zugrunde liegenden Erkrankung sollte daher ein therapiebedürftiger Ernährungsstatus – festgestellt zum Beispiel durch ein Screening - als Folge eines latenten oder manifesten Ernährungsproblems erkannt werden. Neben einer Optimierung der oralen Ernährung können Trinklösungen zur enteralen Ernährung sachgerecht für diese Patienten verwendet und verordnet werden, um eine Mangelernährung einzudämmen.

Darüber waren sich Experten verschiedenster Fachrichtungen und Vertreter des Diätverbands im Rahmen der 17. Fortbildungsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) am 18. und 19. November 2011 in Machern bei Leipzig einig. Unter dem Motto „Trinklösungen – Lebensmittel oder diätetische Therapie“ wurde in einer abschließenden Podiumsdiskussion das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchtet.

„Nicht nur im stationären, auch im ambulanten Bereich ist ein Erkennen einer Mangelernährung wichtig, damit schnellstmöglich mit einer passenden Ernährungstherapie entgegengewirkt werden kann“, sagte Prof. Dr. Arved Weimann, wissenschaftlicher Leiter der Tagung und Vizepräsident der DGEM. Andernfalls könnten sich die Einweisungen und Liegezeiten in Krankenhäusern erhöhen sowie Mehrfacherkrankungen und damit letztendlich die Kosten im Gesundheitswesen weiter steigen.

Die Zusatzkosten, die Mangelernährung für die Kranken- und Pflegeversicherung jährlich verursacht, belaufen sich auf bis zu neun Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2020 ist mit einem drastischen Kostenanstieg um fast 25 Prozent zu rechnen. (Ergebnisse der CEPTON Studie 2007) Je schneller eine Mangelernährung erkannt und ihr entgegengewirkt werden kann, zum Beispiel durch Umsetzung von Ernährungskonzepten in der ambulanten Betreuung oder in Krankenhäusern, desto kürzer können Krankheitsverläufe und damit Leidenszeiten von Patienten werden.

„Hierzu bedarf es fester Strukturen und Zuordnung von Ressourcen im Klinikalltag, damit diese Erkenntnis auch Umsetzung findet“, sagte Prof. Dr. Johann Ockenga, Sekretär der DGEM. Jedoch nicht nur auf Ebene der Kliniken sei eine Verankerung der Ernährungsmedizin wichtig, sondern auch in unserem Gesundheitssystem sollte z.B. über qualitätsgesicherte Anforderungen an die Leistungserbringer der Wert einer Ernährungsmedizinischen Behandlung festgeschrieben werden. Die Grundlage hierzu hat die DGEM mit der Erstellung der S3 Leitlinie geschaffen, die die evidenzgesicherte Basis von Qualitätskriterien sein kann.

Die Diskussion zur enteralen Ernährung fand während der Tagung in Machern mit vielen verschiedenen Experten statt. Das zeigt auch die politische Dimension dieses Bereiches. Vertreten waren Fachgesellschaften und Vorstände der Ernährungsmedizin (Deutsche Gesellschaft für Ernährung – DGE und DGEM), Experten aus den Bereichen Prävention, ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärzte und Apothekerschaft sowie ein Verantwortlicher der Gemeinsamen Selbstverwaltung, ein Vertreter des Hartmannbundes, die Vorsitzende des Verbands der Diätassistenten (VDD) und der Geschäftsführer des Diätverbandes. Auch die juristische und politische Perspektive auf die Problematik einer sachgerechten Beurteilung von Trinklösungen zur enteralen Ernährung im ambulanten Sektor fand Eingang in die Diskussion.

Informationen zu Leitlinien in der enteralen Ernährung sind zu finden unter http://www.dgem.de/material/pdfs/ESPEN_LL_deutsch.pdf

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Arved Weimann
Vizepräsident DGEM
Arved.weimann@sanktgeorg.de
Prof. Dr. Johann Ockenga
Sekretär DGEM
Johann.Ockenga@klinikum-bremen-mitte.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgem.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geheimtinte: Von antiken Rezepturen bis zu High-Tech-Varianten

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Neues Prinzip der Proteinbindung entdeckt

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics