Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Extreme Kälte gegen Rheuma und Schmerz: Kerckhoff-Klinik nimmt erste Kältekammer im Mittelhessen in Betrieb

28.06.2013
Therapeutische Kälte bis minus 165° Celsius lindert Entzündungen und verringert Schmerzen.

Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der Rheumatologie in Bad Nauheim nimmt die Abteilung für Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik eine neue Kältekammer zur Kältetherapie verschiedener rheumatologischer Erkrankungen in Betrieb.



Die Anlage, die für die therapeutische Anwendung auf bis zu -165° Celsius herunter gekühlt wird, ist die bisher einzige in Mittelhessen. Die Anwendung extremer Kälte bei Erkrankungen wie z. B. der entzündlichen rheumatoiden Arthritis führt nachweislich zur Verminderung von Entzündungen und zur Reduktion von Schmerzen.

Der Direktor der Abteilung für Physikalische Medizin und Osteologie, Prof. Dr. Uwe Lange, erläutert dazu: „Die kurzzeitige Kälteanwendung führt zur Hemmung der Schmerzreizung und –weiterleitung bis zum Gehirn, da die Schmerzrezeptoren durch die Kälte blockiert werden.

Gleichzeitig werden die entzündungsvermittelnden Botenstoffe - die so genannten Zytokine - vermindert, so dass es zur Hemmung der entzündlichen Prozesse z. B. in den Gelenken kommt.“ Nach der Kälteanwendung sei die Beweglichkeit der Gelenke und der Wirbelsäule in der Regel soweit verbessert dass die Patienten deutlich besser für eine Krankengymnastik geeignet seien. Die bisher einzige Studie zu den therapeutischen Effekten der Kältekammer wurde von Prof. Lange an der Kerckhoff-Klinik durchgeführt, der neben seiner Funktion als Direktor der Abteilung auch die einzige universitäre Professur in der Fächerkombination Internistische Rheumatologie, Osteologie und Physikalische Medizin in Deutschland am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen inne hat.

Neben rheumatischen Erkrankungen wie der entzündlichen rheumatoiden Arthritis kann die Kältetherapie auch bei Patienten bei degenerativen rheumatischen Erkrankungen wie dem Gelenkverschleiß (Arthrose), bei chronischen Schmerzsyndromen, bei Regulationsstörungen der Muskulatur oder bei der Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt werden. Neben diesen therapeutischen Effekten führt die Kälteanwendung auch zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und zur Verbesserung der Muskelleistung. „Im Leistungssport führt die Anwendung von Kälte beispielsweise dazu, dass die Muskulatur schneller wird“, führt Prof. Lange aus.

Bei der Kältekammer, die nun in der Kerckhoff-Klinik in Betrieb genommen wird, handelt es sich um eine mobile Anlage, die für jeweils eine Person Platz bietet. Die Anwendung selbst, die lediglich in Badekleidung durchgeführt wird, dauert jeweils ein bis maximal zweieinhalb Minuten. Prof. Lange erläutert dazu: „Während andere Kälteanwendungen wie beispielsweise Fango und Kälte lokal wirken, hat die Kältekammer positive Auswirkungen auf den ganzen Körper.“

Der Direktor der Abteilung für Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik, Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, kommentiert die Anschaffung der neuen Therapiemöglichkeit: „Die Kältekammer ist ein wichtiges Element in der multimodalen physikalischen Therapie und komplettiert das rheumatologische Therapieangebot der Kerckhoff-Klinik.“ Die Mittel für die Anschaffung der neuen Anlage wurden von der Kerckhoff-Stiftung zur Verfügung gestellt. Die Kosten der Kammer belaufen sich auf 35.000 Euro zuzüglich der Kosten für die notwendigen Umbaumaßnahmen. Insgesamt hat die Stiftung 105.000 Euro für diese Maßnahme bereit gestellt.

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
Abteilung für Rheumatologie u. Klin. Immunologie
Oberarzt Dr. I.H. Tarner
Tel.: 06032 / 996.0
Fax: 06032 / 996.2104
E-Mail : i.tarner@kerckhoff-klinik.de
Pressekontakt:
C3 Public Relations
Klinikkommunikation und Litigation PR
Dr. Berend von Thülen
Tel.: 0 641 / 480.99.40
Fax: 0 641 / 494.18.13
E-Mail : thuelen@t-online.de

Dr. Berend von Thülen | C3 Public Relations
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie