Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europain Netzwerk erhält EU- und Industrie-Förderung und startet 5-jährige Forschung für bessere Therapie chronischer Schmerzen

21.04.2010
Europain, eine öffentlich-private Partnerschaft, die von der Innovative Medicines Initiative (IMI) gefördert wird, kündigte heute den Start eines fünfjährigen Forschungsprojekts für ein erweitertes Verständnis und eine bessere Therapie chronischer Schmerzen an. Das Projekt wird über die nächsten fünf Jahre mit sechs Millionen EUR von IMI sowie 12,5 Millionen EUR in Sacheinlagen vom europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie (EFPIA) unterstützt.

Jeder fünfte Erwachsene leidet an chronischen Schmerzen. Diese gehören zu den Hauptursachen für Langzeitarbeitsunfähigkeit und Frühberentung und stellen eine große finanzielle Belastung sowohl für die Betroffenen als auch das Gesundheitssystem dar. Trotz umfangreicher Forschungsprogramme biopharmazeutischer Firmen und universitärer Einrichtungen besteht ein Bedarf nach effektiveren Therapiestrategien mit weniger Nebenwirkungen.

Europain hat ein internationales Team führender sowohl universitärer als auch industrieller Forscher und Kliniker zusammengebracht, um sich interdisziplinärer translationaler Forschung zu widmen. Das Team beabsichtigt, das Verständnis der dem chronischen Schmerz zugrunde liegenden Mechanismen zu erweitern, die Entwicklung neuartiger Schmerzmittel zu fördern und verlässliche Biomarker für Schmerzen zu entwickeln. Oberstes Ziel ist, die Lebensqualität von Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden, zu verbessern.

Im Laufe des fünfjährigen Projekts wird Europain eine große Anzahl präklinischer und klinischer Studien durchführen. Die Durchführung des Forschungsprogramms basiert auf der Zusammenarbeit der Labors im Europain Netzwerk, die die verfügbaren Ressourcen zwecks bestmöglicher Kosteneffektivität teilen werden. Forschungsergebnisse werden während und nach dem Projekt veröffentlicht, um sicherzustellen, dass die neuen Erkenntnisse in großem Umfang der Entwicklung besserer Therapien für Patienten mit chronischen Schmerzen zugute kommen.

Deutsches Netzwerk auf Europakurs

Dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) ist es gelungen, sich als Partner im europäischen Forschungsnetzwerk Europain zu etablieren. Aus dem Gesamtverbund sind das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil/ Ruhr-Universität Bochum, die Goethe Universität Frankfurt, die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Technische Universität München beteiligt. Der zusätzliche deutsche Partner von Seiten der Industrie ist das weltweit operierende, forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim.

Die Sprecher des DFNS Prof. Thomas Tölle, TU München, und Prof. Ralf Baron, Universität zu Kiel: "Europain bietet uns die Chance, unsere Expertise mit der unserer europäischen Kollegen zu bündeln. Mit der Ausdehnung unseres Netzwerkes auf den europäischen Raum sind wir auf dem besten Wege, ein internationales Team experimenteller und klinischer Schmerzforscher zu bilden. Da die europäischen Projektpartner unser Profil in optimaler Weise ergänzen, rücken wir jetzt unserem ultimativen Ziel - die medizinische Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen grundlegend zu verbessern - bedeutend näher."

"Der DFNS kann auf seine mit über 2000 Patienten weltweit größte Datenbank zu neuropathischem Schmerz zugreifen und auf diese Weise wichtige Referenzdaten in die Kooperation mit einbringen.", so Prof. Christoph Maier vom Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, dessen Forschungsteam die Datenbank zentral verwaltet. Die Datenbank beinhaltet genaue quantitative Veränderungen der Hautsensibilität sowie psychologische Hintergründe von Patienten mit unterschiedlichen neuropathischen Schmerzbildern. Zusätzlich verfügt der Verbund über Biomarker in Form einer DNA-Bank, die zentral an der TU München verwaltet wird.

Zentraler Bestandteil des deutschen Forschungsprojekts ist das vom DFNS standardisierte Verfahren der Quantitativen Sensorischen Testung (QST). Die QST erlaubt eine umfassende Analyse der Schmerzsymptomatik und gilt damit als Indikator für die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen. Dazu Prof. Rolf-Detlef Treede, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg: "Wir haben jetzt die Möglichkeit, das standardisierte QST-Protokoll des DFNS auf einer breiten Ebene in Europa zu positionieren und unsere Qualitätsrichtlinien zu etablieren."

Das Europain Netzwerk umfasst Wissenschaftler zwölf renommierter europäischer Universitäten: King's College London (akademische Leitung), University College London, Imperial College London, University of Oxford, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Technische Universität München, Goethe Universität Frankfurt, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH/ Ruhr-Universität Bochum, University Hospitals of Aarhus, Rigshospitalet Copenhagen, University of Southern Denmark, SME Neuroscience Technologies in Barcelona, sowie die Forschungsressourcen und die Expertise von Europas tatkräftigsten pharmazeutischen Unternehmen im Bereich der Schmerztherapie; dazu zählen AstraZeneca (Koordinator), Boehringer Ingelheim, Eli Lilly, Esteve, Pfizer, Sanofi-Aventis und UCB Pharma.

Über die Innovative Medicines Initiative

IMI ist eine einzigartige öffentlich-private Partnerschaft zwischen der pharmazeutischen Industrie, vertreten durch den europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations), und der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission. http://www.imi.europa.eu

Mehr zum Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)
http://www.neuropathischer-schmerz.de
Mehr zum Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH/ Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB)
http://www.bergmannsheil.de
http://www.rub.de
Mehr zur Goethe Universität Frankfurt
http://www.kgu.de
http://www.kgu.de/zpharm/klin
Mehr zur Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/ Sektion für Neurologische Schmerzforschung und -therapie
http://www.uni-kiel.de
http://www.schmerz-kiel.uk-sh.de
Mehr zur Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
http://www.umm.uni-heidelberg.de/inst/cbtm/nphys/
Mehr zur Technischen Universität München/ Klinikum rechts der Isar
http://www.tum.de
http://www.med.tu-muenchen.de
Mehr zu Boehringer Ingelheim
http://www.boehringer-ingelheim.com
Bildmaterial:
Logos zum Download in Druckqualität unter:
http://www.neuro.med.tu-muenchen.de/dfns/presse/bilder_PI_210410.html
Ansprechpartner:
Pressekontakt - Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)
Geschäftsstelle des DFNS
Vedrana Romanovic
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinikum rechts der Isar der TU München
Ismaninger Str. 22
81675 München
Tel.: 089 - 4140 - 4635
e-mail: romanovic@lrz.tum.de

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie