Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäisches Projekt: Hormon-Experten erforschen seltene bösartige Tumore der Nebenniere

06.05.2010
Regenstauf - Bösartige Tumore, die ihren Ursprung in der Nebenniere haben, sind selten und – früh erkannt – gut heilbar. Dazu gehören das Nebennierenrindenkarzinom und das maligne Phäochromozytom. Beide Erkrankungen werden jedoch häufig erst in einem Stadium erkannt, in dem sie nicht mehr komplett operativ entfernt werden können. Um die Heilungschancen für die betroffenen Patienten zukünftig zu verbessern, erhält das europäische Netzwerk ENS@T (European Network for the Study of Adrenal Tumours) nun von der Europäischen Union eine Fördersumme von sechs Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre.

Mit der Fördersumme werden notwendige Forschungen unterstützt: Jeweils eine klinische Studie zu beiden Tumorarten soll Diagnose- und Therapie-Verfahren verbessern. „Die Erkrankungen sind aufgrund ihres seltenen Auftretens bisher nicht ausreichend erforscht“, betont Professor Dr. med. Felix Beuschlein, Sprecher der Sektion Nebenniere, Hypertonie und Steroide der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Die Folge ist eine nach wie vor schlechte Überlebensprognose für die Patienten, auch wenn alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Die Tumore verursachen in den meisten Fällen einen Überschuss von verschiedenen Hormonen, die die Nebenniere bildet. Patienten mit einem Phäochromozytom, einer Geschwulst des Nebennierenmarkes, leiden als Folge an Bluthochdruck in Kombination mit Kopfschmerz, Schwitzen und Herzrasen. Von 100 000 Einwohnern erkranken jeweils ein bis zwei Menschen im Laufe ihres Lebens daran. Das Phäochromozytom ist meistens gutartig. Die bösartige Variante bildet Metastasen in Skelettsystem, Leber, Zentralen Nervensystem oder Niere.

Mit ein bis zwei Fällen pro einer Million Einwohner ist das Karzinom der Nebennierenrinde ebenfalls eine seltene Erkrankung. Die hormonelle Störung, die dieses Karzinom häufig verursacht, ist das sogenannte Cushing-Syndrom. Zu den möglichen Symptomen gehören gerötetes Vollmondgesicht, Osteoporose, Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Beide Tumorarten können in jedem Lebensalter auftreten, wobei mehr ältere Menschen daran erkranken.

Die Forscher planen, laborchemische, histologische und bildgebende Verfahren zu verbessern, das Risiko für Betroffene zukünftig durch die Erforschung geeigneter Biomarker abschätzen zu können und neue Therapieformen zu entwickeln. Außerdem ist der Aufbau einer gemeinsamen Datenbank geplant: 15 Partner aus sechs europäischen Ländern werden unter der Koordination von Professor Beuschlein, Leiter des Schwerpunktes Endokrinologische Forschung des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München, in den geplanten Projekten arbeiten. Bereits 2002 gründeten der Endokrinologe und weitere Wissenschaftler das Europäische Netzwerk ENS@T. Ihr Ziel ist, Tumorerkrankungen der Nebenniere über Ländergrenzen hinweg zu erforschen.

Kontakt für Journalisten:
Beate Schweizer
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ensat.org
http://www.endokrinologie.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik