Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstickungsgefahr für Kinder durch Hartzucker-Bälle

24.02.2011
BfR bewertet Zuckerkugeln mit Kaugummikern

Im Süßwarenhandel sind seit einiger Zeit fast tennisballgroße, bunte Zuckerkugeln mit weichem Kaugummikern erhältlich. Sie bestehen außen aus mehreren Schichten steinhartem Zucker und lassen sich durch Lecken langsam verkleinern. Erreichen die Hartzuckerbälle eine kritische Größe, können sie versehentlich in den Rachenraum gelangen. Da sie zu groß zum Schlucken sind, können sie im ungünstigsten Fall die Atemwege blockieren.

Entsprechende Fälle sind aus den Vereinigten Staaten dokumentiert. Wird die Süßigkeit nicht schnell entfernt, kann der Erstickungstod eintreten. „Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalls sehr gering ist: Von Lebensmitteln, insbesondere für Kinder und Jugendliche, sollte aber ein Risiko mit lebensbedrohlichen Folgen so weit wie möglich ausgeschlossen werden“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Die Hartzuckerbälle verschiedener Hersteller haben einen Durchmesser von rund 5 cm. Bei dieser Größe können sie in der Regel nicht in den Mund genommen werden. Um an den weichen Kaugummikern zu kommen, muss die Riesenkugel durch Lecken und Lutschen verkleinert werden. Ist eine Größe von rund 4 cm Durchmesser - das entspricht ungefähr der Größe eines Tischtennisballs - erreicht, passt er in den Mund. Die verbleibenden Zuckerschichten können dann zerbissen werden.

Durch das Ablecken und Lutschen wird eine für den Verzehrer kritische Größe erreicht, bei der die Zuckerkugel genau in den Rachenraum passt. Rutscht sie versehentlich, beispielsweise beim Spielen oder unkonzentriertem Lutschen, in den hinteren Rachenraum, werden im ungünstigen Fall die Atemwege blockiert. Aus den USA sind entsprechende Fälle bei Schulkindern bekannt. Das Leben der Kinder konnte nur durch zufällig anwesende Personen gerettet werden. Diese wendeten als lebensrettende Sofortmaßnahme das sogenannte Heimlich-Manöver an. Dem BfR sind bislang keine Unfälle mit Hartzuckerkugeln in Deutschland bekannt.

Beim Heimlich-Manöver wird versucht, durch plötzlichen Druck auf den Bauchraum einen Überdruck zu erzeugen und so die Luftwege wieder frei zu bekommen. Mit den Fingern kann ein eng im Rachenraum anliegender Hartzuckerball nicht entfernt werden; vielmehr besteht die Gefahr, ihn bei solch einem Versuch noch weiter in den Rachenraum zu drücken.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

BfR - Presseinformation
Bundesinstitut für Risikobewertung
Thielallee 88 - 92, D - 14195 Berlin, Telefon: 030-18412-4300, Telefax: 030-18412-4970 Presserechtlich verantwortlich: Dr. Suzan Fiack

Dr. Suzan Fiack | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise